Bio auf der Wiesn

Biologisch erzeugte Lebensmittel erfreuen sich seit Jahren steigender Beliebtheit. Argumente dafür sind oft Schlagworte wie „Gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit, artgerechte Tierhaltung, Geschmack und die Qualität von Bio-Produkten“.

Der Trend zu Bio-Spezialitäten ist auch auf dem Oktoberfest seit Jahren zu beobachten, denn es werden immer wieder neue Betriebe nach der EG-Öko-Verordnung zertifiziert. Bio-Kaffee, Bio-Mandeln und Bio-Süßwaren erfreuen dabei sich genauso steigender Beliebtheit auf der Wiesn, wie auch Wurst- und Fleischspezialitäten. Das Wirtshaus im Schichtl hat zum Beispiel nur die Produkte der Herrmannsdorfer Landwerkstätten bei Glonn auf seiner Karte. Auch Heckls Rollende Metzgerei bietet eine breite Auswahl an wohlschmeckender Öko-Qualität.

Ein Vorreiter für Bio-Hendl auf der Wiesn ist die Hühner- und Entenbraterei Ammer. Für Wirt Josef Schmidbauer waren dabei immer schon die Qualität und der Geschmack das ausschlaggebende Kriterium:

Beim Geflügel haben wir verschiedene Qualitäten getestet und uns letztendlich für Bio entschieden, weil es uns einfach am besten geschmeckt hat. Seit 1999 bringen wir daher ausschließlich Hühner aus kontrolliert biologischem Anbau auf den Grill. Das Fleisch stammt aus artgerechter Haltung; die Aufzuchtbetriebe sind Mitglieder bei Naturland. Und da wir nach wie vor von der Qualität der Bio-Hendl überzeugt sind, würden wir auch heute wieder so handeln.

Der Umstieg, Bio-Hendl auf der Wiesn anzubieten, war damals komplett neu. Die positive Resonanz ist bis heute jedoch ungebrochen:

Natürlich gab es und gibt’s bis heute  skeptische Gäste. Aber sobald die Leute die Hendl probiert haben und auch unsere anderen Biospeisen im Zelt und im Straßenverkauf, konnten wir sie von der hervorragenden Qualität überzeugen. Wir haben viele Stammgäste, die vor allem unser Bioangebot schätzen, und sich auch nicht von höheren Preisen abschrecken lassen. Aber nicht nur Stammgäste, sondern Wiesnbesucher jeder Altersgruppe kommen mittlerweile wegen unserem Bio-Angebot  zu uns.
Die Nachfrage nach Bio ist in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Wir merken, dass unser Kundenkreis vermehrt auf eine gesunde Ernährung achtet und sich daher für die Biospeisen entscheidet.  Dazu zählen auch Gäste mit Lebensmittelunverträglichkeiten, die  sicher gehen möchten, dass das, was sie essen von sehr guter Qualität ist und möglichst ohne Zusatzstoffe zubereitet wird.


Das man den Unterschied zwischen „normalen“ Hendln und den Bio-Hendln der Ammer Hühner- und Entenbraterei schmeckt, ist sich Josef Schmidbauer sicher:

Biohendl leben länger, fressen qualitativ hochwertiges Biofutter und werden schwerer. Außerdem haben die Tiere  Auslauf und bewegen sich viel. Durch die Bewegung speichert das Tier das Fett im Muskel. Das schmeckt man auch, da das Fett der Geschmacksträger ist: Das Hendlfleisch ist dadurch geschmacksintensiver und saftiger. Ersichtlich wird das auch am geringeren Bratverlust, da kaum Flüssigkeit beim Grillen austritt.

Wo Bio draufsteht muss auch Bio drin sein und davon überzeugt sich Wiesn-Wirt Josef Schmidbauer selbst:

Wir bei Ammer sind für eine artgerechte Haltung der Tiere und faire Produktionsbedingungen bei den Betrieben. Deshalb fahre ich auch regelmäßig zu unseren Lieferanten, um mich davon zu überzeugen. Außerdem finde ich, sollten sich die Menschen vielmehr bewusst machen, was und wie viel sie essen. Und sich vor allem dabei Zeit lassen und genießen – und das nicht nur auf dem Oktoberfest.