Die Schaukelburschen und der Reifrock

Das älteste Fahrgeschäft der Wiesn, die Krinoline, steht seit 85 Jahren auf dem Platz - die Blaskapelle spielt seit 70 Jahren dazu.

"Erleben Sie jetzt den Geschwindigkeitsrausch der 20er Jahre!" sagt der Ansager ins Mikrophon, als sich der "Reifrock" langsam in Bewegung setzt. Die Krinoline, das älteste Fahrgeschäft auf der Wiesn, besteht aus der neuesten Technik von 1937. Damals hat der Uropa des heutigen Besitzers Matthias Niederländer ein Patent entwickelt und damit die Konkurrenz aus dem Feld geschlagen: Er erfand das Kreuzgelenk und die daran befestigten Federn, die man bei der gemächlichen Fahrt oben in der Mitte über sich bewundern kann.

Diese Federn machten die bis dahin in Krinolinen (es gar seinerzeit bis zu drei Stück auf der Wiesn) notwendigen Schaukelburschen überflüssig. Das Drehen wurde schon seit 1924 mit einem Motor erledigt, das Schwanken jedoch musste damals noch von starken Männern per Hand (oder Fuß) verursacht werden. Diese kosteten natürlich Geld. Als Großmann senior sie durch die moderne Technik des Planetengetriebes ersetzte, machte er sich konkurrenzfähig.
  Matthias Niederländer, 38, Urenkel der berühmten 'Krinoline-Oma' Maria Großmann., Copyright Oktoberfest.de

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Matthias Niederländer, 38, Urenkel der berühmten "Krinoline-Oma" Maria Großmann.


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