Flaviu, der Geist vom "Shocker"

Edmund Eckls "Shocker", gleich am Eingang Goetheplatz, hat drei "Lebende Geister". Er war 2004 der erste, der die uralte Sitte, in Geisterbahnen lebende Personen zum Erschrecken der Menschen zu beschäftigen, wieder einführte. Oktoberfest.de sprach zum Ende der vergangenen Wiesn mit einem der Geister, Flaviu, 24, der das zweite Jahr dabei ist.

Wie geht es einem lebenden Geist gegen Ende der Wiesn?

Diesmal erstaunlich gut, weil es leider eine sehr ruhige Wiesn war. Wir hatten bedauerlicherweise nicht so viel zu tun wie sonst. Daher sind wir alle aber noch topfit und nicht so müde wie sonst. Wir hätten noch viel Kraft für weitere Schandtaten!

Was haben Sie alles angerichtet?

Ich habe in Ecken gelauert oder im Tunnel und bin ganz plötzlich ganz nah heran gekommen. Ich habe gepfiffen oder die Leute mit Luft erschreckt. Was glauben Sie, wie die da schreien! Man kann aber hier nicht alles verraten, wir lassen uns oft auch spontan etwas einfallen... Bei den Kindern natürlich sind wir nicht so schlimm. Manchmal winken wir nur. Aber manchmal ist es auch umgekehrt. Da lachen die Kinder nur und die Eltern haben Angst.



Macht es Ihnen Spaß?

Oh ja, denn das wollen die Leute ja. Deshalb steigen sie ein.

Was muss man als lebender Geist beachten?

Außer, dass wir den Kindern nicht zu viel Angst machen sollen, müssen wir eigentlich nichts beachten. Denn anders als früher, als die Geister in Käfigen waren und die Leute in offenen Wägen durchfuhren, sind heute die Fahrgäste in Käfigen. Schon 1998 wurde der Shocker so umgebaut, weil die Geister - damals noch nicht lebende - oft von übermütigen Fahrgästen zerstört wurden. Aufgrund der Käfigbahnen kamen meine Chefs auf die Idee, dass sie dann wieder die alte Tradition der lebenden Geister einführen könnten. Denn mit den Käfigen haben wir die Möglichkeit, ganz nah ranzukommen, ohne dass uns etwas passieren kann. Dafür sind aber uns die Leute schön ausgeliefert.

Wo spuken Sie als nächstes?

Auf dem nächsten Festplatz, denn wir sind alle drei fest angestellt und sind immer mit dem "Shocker" unterwegs.