Ingrid und Maria – zwei Urgesteine im Armbrustschützenzelt

Sie haben wohl einen der anstrengendsten Jobs aus der Wiesn, denn Ingrid und Maria sind Bedienungen im Paulaner Armbrustschützenzelt. Warum sie diesen Job gern machen, erklären uns die beiden im Interview.

Hallo Ingrid, grüß dich Maria. Schön, dass ihr ein wenig Zeit für das Interview erübrigen könnt.

Ingrid:
Naja vormittags geht das schon noch – wie du siehst ist das Zelt ja noch nicht recht voll.

Und trotzdem seid ihr schon fleißig am Arbeiten. Wie sieht denn euer Arbeitstag aus?

Ingrid:
Vormittags machen wir beiden hier Frühdienst in der Box Hase und später geht’s dann in der Box N oder Nashorn – wie sie inzwischen heißt – weiter. Da wartet dann eigentlich der Hauptteil der Arbeit auf uns.

Und wie lange arbeitet ihr schon hier im Armbrustschützenzelt?

Ingrid:
Seit 26 Jahren ...

Maria:
Ja, und schon seit 26 Jahren jede Wiesn gemeinsam. Immer im Armbrustschützenzelt und auch schon die ganze Zeit in unseren Stammboxen Hase und Nashorn.

26 Jahre – eine lange Zeit. Macht es denn immer noch Spaß, Jahr für Jahr auf der Wiesn zu arbeiten?

Maria:
Unter der Woche schon, da ist es nicht so überfüllt und die Stimmung ist entspannter. Da macht die Arbeit richtig Spaß. Am Wochenende ist einfach zu viel Trubel – für eine Bedienung ist das oft sehr anstrengend.

Was war denn in 26 Jahren euer schönstes Erlebnis in diesem Job?

Ingrid:
Oh das ist schwierig ... es gibt in jedem Jahr schöne und nicht so schöne Erlebnisse. Aber neben den Erfahrungen mit zufälligen Zeltbesuchern ist es wohl am schönsten, wenn unsere Stammgäste vorbeischauen. Da freut man sich jedes Jahr, sie gesund und munter wieder zu sehen und da kommt einfach mehr menschliche Nähe rüber.

Maria:
... besonders weil manche ja inzwischen mit ihren Enkeln kommen - oder Gäste, die wir schon als Jugendliche kannten sind nun selbst Eltern und besuchen uns mit ihren Kindern.

Ingrid:
Ja, die Gäste sagen manchmal das "Nashorn" sei die Familienbox.
Was macht ihr denn, wenn die Wiesn rum ist?

Maria:
Den Haushalt, alles was nicht erledigt wurde. Während der Wiesn-Zeit bleibt daheim viel liegen und das muss dann erst mal wieder aufgearbeitet werden.

Ingrid:
Trotzdem werde ich erst mal ein paar Tage ausschlafen. Ich brauche nach der Wiesn immer fast eine Woche, bis sich mein Rhythmus wieder normalisiert hat.

Nun noch die Klischeefrage: Wie viel Maß packt ihr?

Ingrid:
Oh mei ... 10 auf jeden Fall. Tragen könnten wir auch mehr, aber das ist doch Schmarrn. Gerade wenn viel los ist, kommt man mit mehr als 10 Maß doch gar nicht zwischen den Leuten durch.

Maria:
Und um die dann sicher absetzen zu können, bräuchte man fast jemanden der dabei hilft. Mehr als 10 Maß heben Bedienungen doch nur für die Pressefotografen.

Noch einen Tipp für alle, die sich im nächsten Jahr gerne als Wiesn-Bedienung versuchen möchten?

Ingrid:
Erst mal ein bisschen sparen. Als Bedienung musst du nämlich alles selbst stellen: Das Dirndl, die Schürze ... sogar für die Tischdecken in der Box müssen wir einen Einsatz zahlen.

Maria:
Aber das hat auch was Gutes. Man passt besser auf sein Zeug auf, als wenn’s der Festwirt stellen würd’. Nur ist der erste Gang vor jeder Wiesn erst mal zur Kasse, wo man einen nicht zu geringen Pfandwert für die Sachen hinterlegen muss.

Vielen Dank ihr Beiden. Dann noch eine erfolgreiche Wiesn und möglichst viel Trinkgeld.