Mit 100 Sachen über 1250 Meter Schienen

Der Fünfer Looping auf dem Oktoberfest.

900 Tonnen Gewicht, 1250 Meter Schienenlänge, Höchstgeschwindigkeit 100km/h -  beeindruckende Zahlen des Fünfer Loopings, der seit über 20 Jahren auf dem Oktoberfest ist. Auf die Idee, die Fahrgäste mit Tempo mehrfach kopfüber sausen zu lassen, kam Rudolf Barth bereits im Jahr 1979. Damals existierte in der Welt der Volksfeste nur der Einfach-Looping. Barth aber wollte mehr bieten und ließ den Doppel-Looping bauen. Bereits seit 1975 hatte er sich auf Achterbahnen verlegt, nachdem seine Familie einst auf Schiffschaukel und Autoskooter spezialisiert gewesen war.


"Die Fahrgäste stiegen jedoch am Ende enttäuscht aus", erzählt Barth vom Doppel-Looping.  "Mit nur 500 Metern Schienenlänge war es ihnen zu kurz", erinnert sich Barth senior. Eine Steigerung lag nahe. 1984 ließ der Looping-Freund den Dreier von einer Stahlbaufirma verwirklichen. Bei einer jetzt 1000 Meter langen Schienenlänge "war die Resonanz schon besser", so Barth.

Besser, aber nicht gut genug. "Da wir in München ja Olympiastadt sind, kam ich auf die Idee, olympische Ringe als Looping konstruieren zu lassen", sagt der Erfinder der Super-Achterbahn. 1989 feierte der Fünfer Looping auf der Wiesn seine Weltpremiere und seitdem kontinuierliche Erfolge. 2,5 Minuten brauchen die Wagen, um über die jetzt 1250 Meter Schienen zu flitzen. Die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h wird jeweils unten im Looping erreicht - auch wenn es einem an anderen Stellen schneller vorkommen mag.












Auch Rudolf Barth senior steigt noch regelmäßig in seine Bahn. "Auf jedem Platz fahre ich mindestens ein Mal", sagt er. Seine liebste Stelle ist die, wenn es bei der ersten Steigung langsam bergauf geht und dann runter in den größten Looping.

Zum Aufbau des Fahrgeschäfts, das bei der Bahn 20 Waggons mit 50 Containern belegt, benötigt man einen 1200 Tonnen Kran, zwei Gabelstapler und zehn Monteure. Normalerweise dauert der Aufbau eine Woche. Nach der Wiesn allerdings muss es ein wenig schneller gehen. Am letzten Tag um 23 Uhr beginnt der Abbau und schon ein paar Tage später sollen die Wagen mit jeweils 20 bis 28 Gästen auf dem nächsten Volksfest rollen.