Wohnen an der Wiesn - Grund zur Flucht

Das finden die beiden Arbeiter, die sich im Bavaria Stüberl in der Parkstraße niedergelassen haben. Noch genießen sie die Ruhe, in der sie hier ihr Bier trinken können. In 25 Tagen sind sie weg.

"Sicher", sagt der eine, der 16 Jahre lang im Westend gewohnt hat. "Du bist schnell da und kannst ohne Fahrtzeit deine Maß trinken." Aber einen Parkplatz in der Nähe der eigenen Wohnung zu finden, "das kannst du während der Wiesn vergessen!" "Am besten fährt man weg", sagt er und sein Kollege und Freund, der mittlerweile seit 28 Jahren hier lebt, stimmt zu. Er nimmt seinen Urlaub jedes Jahr um die Zeit. "Mir haben sie mal einen Autoanhänger aufgeschlitzt, drin geschlafen und ihn dann noch als Klo benutzt", erinnert er sich an unappetitliche Dinge.

Das sei kein Einzelfall. "Gehen Sie mal in die Tiefgarage..." unkt der Anwohner. "Das reinste Pissoir!" Bevor es die U-Bahn gegeben habe, sei dies übrigens noch viel schlimmer gewesen. Doch selbst wenn man einen Parkplatz finden sollte - dass Antenne und Spiegel weg sind, ist an der Tagesordnung, wissen die beiden Westendler. Sie gehen beide überhaupt nicht mehr zur Wiesn. Wie gesagt, sie sind in dieser Zeit einfach weg...