Der Schlussbericht zum Oktoberfest 2015

Genießer-Herbstwiesn mit weniger Besuchern: Gemütlichkeit auf gut münchnerisch

Das 182. Oktoberfest war eine typische „Herbstwiesn“: Sonnenschein am Tag, bitter kalt am Abend. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch und so feierten die Wiesn-Fans ausgiebig.

Das Oktoberfest war in diesem Jahr sehr münchnerisch geprägt. Weniger touristische Gäste fanden den Weg auf die Theresienwiese. Die aber da waren, freuten sich, und genossen mit den Einheimischen die entspannte Atmosphäre. Auffallend zahlreich waren Münchner Familien vertreten, die das Gemeinschaftserlebnis „Wiesn“ wiederentdeckten.

Nach Schätzung der Festleitung strömten 5,9 Millionen Gäste auf die Theresienwiese (2014: 6,3 Millionen), davon wurden auf der Oidn Wiesn rund 568.000 zahlende Besucher gezählt (2014: 611.000 Gäste).

Besonders am letzten Wiesn-Wochenende kamen viele Italiener auf die Wiesn. Die Campingplätze vermeldeten zudem Gäste aus Australien, Brasilien, Belgien, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und den USA.

Insgesamt sind Festleitung, Schausteller, Marktkaufleute und Wirte mit dem Verlauf der Wiesn zufrieden.

Wiesn kulinarisch
Der Trend zum Genuss setzte sich bis zum Wiesn-Schluss fort. Die Gäste entdeckten die Vielfalt der kulinarischen Angebote von klassisch-bayerisch bis bayerisch mit Pfiff. Das traditionelle Wiesn-Hendl aber wurde trotz aller Konkurrenz nach wie vor gerne geordert. Die Hygienepraxis in den Wirtsküchen war sehr gut. Die neue Allergenkennzeichnung erfolgte bis zum Schluss reibungslos.

In der Ochsenbraterei wurden 122 (2014: 112) Ochsen verspeist. Die Kalbsbraterei meldet einen Verzehr von 51 (2014: 48) Kälbern.

Die Oktoberfest-Gäste tranken nach Angaben der Festwirte insgesamt 7,5 Millionen (2014: 7,7 Millionen) Maß Bier.

Bei Sonnenschein schmeckte das Lebkuchen- und das Biereis, die gebrannten Mandeln dienten am Abend als Handwärmer.

Kein "Wiesnhit 2015"
Fehlanzeige beim diesjährigen Wiesn-Hit. Oldies but Goldies waren angesagt: „Liebeskummer lohnt sich nicht“ oder „Fürstenfeld“. „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ ist und bleibt das meistgespielte Lied auf dem Oktoberfest.

Her mit den Krügen!
Aufmerksame Ordner nahmen den Souvenir-Jägern rund 110.000 (2014: 112.000) Bierkrüge in den Zelten und an den Ausgängen des Festgeländes ab.

Die Schausteller
Die Neuheiten im Schaustellerbereich fanden großen Zuspruch bei den Besuchern. Donald Ganslmeier vom „Original Motodrom“ schwärmt vom
grandiosen Münchner Publikum und bedankt sich herzlich bei seinen Fans.

Andenken, Fanartikel und Souvenirs
Der offizielle Oktoberfest-Bierkrug mit dem Wiesn-Plakatmotiv war bei Sammlern in aller Welt gefragt. Das Wiesn-Postamt verschickte die meisten Krüge nach Australien und in die USA. Der Luftballon als Souvenir ist im Aufwind: Von den aktuellen Minions bis zum rosaroten Schweinchen war alles zu haben.

Der kleine Nils möchte im Smaland abgeholt werden
Es wurden 183 Kinder in den Räumen der Kinderbetreuungsstelle gewickelt oder gestillt. 21 verloren gegangene Kinder wurden von den Mitarbeiterinnen der Kinderfundstelle des BRK-Kreisverbandes München betreut sowie 16 Kinder und Jugendliche vom Personal des Jugendamtes der Landeshauptstadt München.

Die Polizei ist zufrieden
Die Polizei spricht von einer „normalen Wiesn“ und lobt ausdrücklich die Sicherheitspartnerschaft zwischen Beschickern, Behörden, Bayerischem Roten Kreuz (BRK) und den Sicherheitskräften.
 
Security Point: Weltweit führend
Im Rahmen der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ stand mit dem Security Point auf dem Oktoberfest wieder eine Anlaufstelle für Frauen in unterschiedlichsten Notlagen auf dem Oktoberfest zur Verfügung. Betreut wurde dieser Service von geschulten Mitarbeiterinnen der Initiativen AMYNA – Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch, IMMA – Initiative Münchner Mädchenarbeit und dem Frauennotruf München, die mit Rat und Tat hilfesuchenden Wiesn-Besucherinnen zur Seite standen. Mit diesem spezifischen Hilfsangebot für Mädchen und Frauen ist das Oktoberfest weltweit führend.

Fundstücke: Wer hat seinen Hund verloren?
Bis Wiesn-Schluss zählte das Wiesn-Fundbüro rund 2.948 Fundstücke, darunter 650 Kleidungsstücke, 600 Ausweise, 580 Geldbörsen, 250 Schlüssel, 320 Smartphones und Handys, 220 Taschen, Rucksäcke und Beutel, 230 Brillen, 35 Regenschirme und Stöcke, 45 Schmuckstücke und Uhren sowie 18 Fotoapparate.

Als Kuriosa wurden während der zweiten Wiesn-Woche 2015 abgegeben: Ein Hund, drei Eheringe, zwei Lederhosen, zwei Dirndl, eine elektrische Luftpumpe, eine Jeans, ein KFZ-Kennzeichen, ein Holzschild mit der Aufschrift „Sauerkraut“, Krücken, eine GoPro-Kamera, Bargeld zu je 690 und 600 Euro.

Strom, Wasser, Gas
Der Stromverbrauch von 2,89 Millionen Kilowattstunden liegt mit ca. 4 Prozent unter dem Verbrauch der Wiesn von 2014. Generell war der Tagesverbrauch immer unter den Werten von 2014, was einerseits auf Energiesparmaßnahmen, andererseits auf die geringere Besucherzahl zurückzuführen ist. Die höchste Tagesspitze wurde am 26.09. mit 13.160 Kilowatt um 19.15 Uhr gemessen.

Der Wasserverbrauch liegt mit 128 Kubikmeter leicht unter dem Verbrauch von 2014. Der Gasverbrauch hat mit 233.000 Kubikmeter den Verbrauch von 2014 übertroffen. Der Verbrauch für Heizgas ist dabei leicht gestiegen, der für Kochgas entsprechend gesunken.

Wir freuen uns schon jetzt auf das Oktoberfest 2016!