Die Bavaria - der größte klassische Bronzeguss der Welt

Stolz und erhaben steht die Bavaria auf einem großen Sockel an der Schwanthaler Höhe und wacht seit 1850 über die Theresienwiese. Die Patronin des Freistaates Bayern ist mit über 18 Metern Höhe der weltweit größte klassische Bronzeguss. Auf dem Münchner Oktoberfest dient sie gerne als Treffpunkt, sie ist Schauplatz für stimmungsvolle Standkonzerte während der Festwochen und zum krönenden Abschluss eines jeden Oktoberfestes heißt es zu ihren Füßen: „Feuer frei“ zum traditionellen Böllerschießen. Aber auch außerhalb der Wiesn zieht die Bavaria viele Touristen an.

Die Geschichte der Bavaria

1843 erteilte König Ludwig I. dem München Künstler Ludwig Schwanthaler dann den Auftrag, eine „meterhohe“ Bronzefigur zu erstellen. Kein leichtes Unterfangen und in damaligen Zeiten eine wahre Meisterleistung. Im September 1850 war es dann endlich soweit: zum Oktoberfest wurde die Bavaria feierlich enthüllt. 
Bis heute ist die Bavaria der größte klassische Bronzeguss der Welt. Es existieren zwar noch größere bronzene Riesenstatuen, wie Buddhas in Asien oder die Freiheitsstatue in New York. Die Buddhas haben aber einen massiven Kern und das flüssige Metall wurde einfach darüber gegossen, während die Freiheitsstatue eine riesige Skelettkonstruktion ist, zwar mit Kupferplatten verkleidet, nicht aber gegossen. Die Bavaria ist dagegen komplett aus Bronze gegossen. 


Der kleine Finger der Bavaria

Der Guss einer derart prächtigen Bronzefigur grenzte Mitte des 19. Jahrhunderts fast schon an ein kleines Wunder, zumindest war es eine Glanzleistung. Ferdinand von Miller, von Stolz erfüllt ob seines Kunstwerkes, ließ einen kleinen Teil der Bavaria in kleiner Auflage gießen: die ersten beiden Glieder ihres kleinen Fingers. Der Guss des kleinen Fingers diente in Form eines Bier-Humpens als erlesenes Geschenk. Nur ein paar Auserwählte bekamen den kleinen Finger überreicht, darunter König Ludwig I. und ein paar wenige Sängervereine. Zirka 30 cm ist der kleine Finger groß und fasst drei Liter Flüssigkeit. Zwei Originale, einer aus Bronze und einer aus Ton, sind im Münchner Stadtmuseum ausgestellt.

Prächtige Gestalt

Über 18 Meter ist die Bavaria groß, sie wiegt satte 87 Tonnen und steht auf einem großen Sockel am westlichen Rand der Theresienwiese. Neben ihr sitzt schützend ein Löwenmännchen. Gekleidet ist die Bavaria mit einer Tunika und einem Bärenfell, die rechte Hand umfasst das Schwert. Mit dem linken Arm streckt sie einen Siegeskranz in die Höhe, den sie offenbar den Berühmtheiten in der dahinter gelegenen Ruhmeshalle reichen möchte. Auch in Sachen Oberweite sticht die Bavaria alle anderen Münchnerinnen aus: Körbchengröße ZZZZ. 

Besonderheiten der Bavaria

Ein weltweit anerkanntes Highlight: die Bavaria ist eine begehbare Frau. Eine Wendeltreppe führt in den Kopf der Bavaria und weiter zu einer Plattform - vier Sichtluken bieten hier einen wunderbaren Ausblick, ganz besonders während der Wiesn. Begehbar ist die Bavaria von April bis Oktober, täglich zwischen 9 und 18 Uhr. Während des Oktoberfestes darf man die Treppen in den Kopf der Bavaria sogar bis 20 Uhr erklimmen. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro.