Die Genießer-Wiesn

Das 182. Oktoberfest mit schönem Wetter zum Flanieren beim Auftakt wurde Anfang der ersten Wiesn-Woche jäh zur Herbstwiesn mit kühlen Temperaturen. Trotzdem blieb die Stimmung unter den Gästen heiter.

Die Münchnerinnen und Münchner zog es auf ihre Wiesn, während die Besucher aus dem benachbarten Ausland noch zögerlich anreisten. Internationale Gäste waren vertreten: aus den USA und Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland, aus Japan und anderen asiatischen Ländern, aus der Schweiz und Italien.

Nach Schätzung der Festleitung kamen rund drei Millionen Gäste auf die Theresienwiese (2014: 3,3 Millionen Besucher). Auf der Oidn Wiesn wurden 265.000 Besucher gezählt (2014: 269.000 Gäste).

Entspannt und gelassen gab sich die Wiesn bis zur Halbzeit. Die Gäste nahmen sich die Muße zum Genießen und Auskosten vor allem des gastronomischen Angebots.

Familien konnten voll zum Zug kommen und mit Kind und Kegel stressfrei die Wiesn erkunden.
Wetterbedingte Einbußen mussten besonders die Schausteller hinnehmen. Die gastronomischen Betriebe freuten sich über steigenden Absatz in der Küche.
Insgesamt sind Festleitung, Schausteller, Marktkaufleute und Wirte mit dem bisherigen Verlauf der Wiesn zufrieden.

Essen & Trinken
Kulinarisch ist die Wiesn im Aufwind. Von altbayrischen Gerichten bis hin zu bayrischen Spezialitäten mit Pfiff, von fleischlosen Speisen bis zu veganer Kost findet sich (fast) alles auf dem Oktoberfest. Der Trend geht dabei weg vom Gängigen hin zum Besonderen. Der Schmankerl-Liebhaber gönnt sich statt Hendl eine knusprige Ente, und zieht immer öfter ein fleischloses Gericht zum Beispiel dem Ochsen vor. In der Ochsenbraterei wurden 55 Ochsen (2014: 60) verspeist. Die Kalbsbraterei meldet den Verzehr von 22 Kälbern (2014: 27 Kälber).Im Straßenverkauf liefen wetterbedingt Bratwurst und Reiberdatschi besser als Fischsemmel und Emmentaler.
Nach Aussagen der Wiesn-Wirte sank der Bierkonsum im Vergleich zum Vorjahr um circa zwei Prozent.

Die Schaustellerei
Von „Daemonium“ bis „Konga“ überzeugten die Neuheiten das Münchner Publikum. Das „Orginal Motodrom“ auf der Oidn Wiesn brummte und bot bis zu 20 Shows täglich. In den Abendstunden war es vielen Fans von Achterbahn und Co. für einen ausgiebigen Wiesn-Bummel zu kühl.

Souvenirs
Blumenkränze für die Dirndl-Frisur waren der Renner bei den Andenkenhändlern. Kleinigkeiten wie Pins oder Stamperl wurden gerne gekauft. Immer noch nachgefragt sind die modischen Trachtenhüte für die Dame.

Die Wiesn-Hitparade
Ein Revival der Wiesn-Klassiker ist zu melden. Bisher ist kein neuer Wiesn-Hit in Sicht.

Polizei
Die Polizei spricht von einem „normalen Verlauf“ der Wiesn und lobt die gute Sicherheitspartnerschaft aller zuständigen Behörden und Beschicker.

BRK
Auch das Bayerische Rote Kreuz berichtet von einem normalen Verlauf der Wiesn.

Kinderbetreuungsstelle
Bis Samstagabend wurden 116 Kinder (2014: 44) in den Räumen der Kinderfundstelle gewickelt oder gestillt. Neun verloren gegangene Kinder (2014: 3) wurden von den Mitarbeiterinnen der Kinderfundstelle des BRK und von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes betreut.
Das Jugendamt betreute darüber hinaus 12 Jugendliche (2014: 9).

Fundsachen

Das Wiesn-Fundbüro zählte bis Samstagabend 1.040 Fundsachen (2014: 1.395), darunter 300 Kleidungsstücke, 180 Ausweise, 150 Geldbeutel, 100 Smartphones und Handys, 90 Brillen, 85 Schlüssel, 70 Taschen/Rucksäcke/Beutel, 30 Schirme, 25 Schmucksachen, 10 Kameras, ein Rollstuhl, Bettwäsche von der Polizeigewerkschaft, eine Reitpeitsche, eine Klobürste, ein Clown-Kostüm und ein Gebiss.

Krug-Klau
Rund 50.000 Bierkrüge (2014: 28.300) sammelte das aufmerksame Ordnerpersonal bisher ein.