Die Wiesn nimmt Fahrt auf!

Über sechs Millionen Besucher strömen jedes Jahr zum Oktoberfest. Da muss auf und neben dem Festgelände alles perfekt organisiert sein, damit es nicht zu immensen Wartezeiten kommt. Geschwindigkeit ist also angesagt, nicht nur bei den Fahrgeschäften!


Öffentliche Verkehrsmittel 

Selbst die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG drückt während der Wiesn auf die Tube. Die U-Bahn-Rolltreppen fahren in beiden Festwochen um 36 Prozent schneller als zu Hauptverkehrszeiten üblich (0,5 m/s). So können in einer Minute ca. 200 Fahrgäste mehr befördert werden.
Für die MVG ist die Beförderung der Oktoberfest-Besucher eine echte Herausforderung, die sie aber Jahr für Jahr ausgesprochen gut meistert. Insgesamt leisten Busse und Bahnen in zwei Wochen rund 6.000 zusätzliche Fahrten, das MVG-Personal hat während der Wiesn Urlaubssperre. 

Der Ausschank

Durstige Wiesn-Besucher warten nur ungern auf ihre frische Maß. Wer schon einmal ein Bier gezapft hat, der weiß: das kann etwas dauern. Nicht so auf dem Oktoberfest, hier geht alles rasant schnell. Einige Festzelte sind sogar an eine weltweit einmalige, unterirdische Bier-Pipeline angeschlossen, so dass der Nachschub stets gesichert und der Maßkrug in Sekundenschnelle gefüllt ist. Die Schankkellner zapfen dann im Rekordtempo, dabei hilft ihnen der „Extrem-Zapfhahn“. Mit dem Turbohahn kann ein Liter Bier in nur 3,3 Sekunden abgefüllt werden. 

Auch die Kellnerinnen und Kellner schlagen ein hohes Tempo an. Mit einem Schrittzähler wurde ermittelt, dass eine Wiesn-Bedienung während der Festtage durchschnittlich 230 Kilometer zurücklegt - und dabei pro Auslieferung oftmals 10 volle Maßkrüge oder mehr unter die Leute bringt. 

Das Essen

Auch wenn Speisen und Getränke zügig verteilt und konsumiert werden – die Zubereitung selbst dauert seine eigene Zeit. Fast schon gemütlich dreht sich der Ochse 8 bis 9 Stunden am Spieß bis er gar ist. Über 100 Ochsen werden in der Ochsenbraterei während des Oktoberfestes verzehrt. Schneller geht es bei einem anderen Wiesn-Klassiker: über 500-tausend halbe Hendl werden auf dem Oktoberfest vertilgt. In den Zelten bruzzeln bis zu 460 Hendl gleichzeitig an den Grills und sind nach gut einer Stunde gar.


Die Fahrgeschäfte 

Geschwindigkeit spielt natürlich auch bei den Fahrgeschäften eine große Rolle: je nach Belieben und Schmerzgrenze werden hier die Fliehkräfte ausgereizt.
Eines der ältesten Oktoberfest-Attraktionen ist das Teufelsrad - eine große Scheibe, die sich langsam und schnell drehen lässt. Mit bis zu 25 Umdrehungen in der Minute entsteht hier eine enorme Fliehkraft und die Kandidaten fliegen der Reihe nach von der Scheibe in weiche Polster. 

Etwas schmerzfreier sollte derjenige sein, der sich für die „Wilde Maus“ entscheidet. Sie sieht zunächst harmlos aus, wenn sie aber mit 50 Stundenkilometern durch die Kurven rast, scheinbar auf einen Abgrund zu, dann ist eine Riesengaudi garantiert. 

Gute Nerven benötigt man beim spektakulären Olympia-Looping: mit über 100 Stundenkilometern geht es durch fünf Loopings und in über 30 Meter Höhe.  
Der höchste Punkt der Wiesn bietet gleichzeitig den schönsten Ausblick auf das Festgelände und über die Stadt. Der Sky Fall ist der höchste transportable Freifallturm der Welt. 80 Meter geht es zunächst senkrecht nach oben, bis die Besucher dann innerhalb von nur drei  Sekunden im freien Fall nach unten rasen.

Wer dann noch bei guter Laune ist, der sucht sich einen sanften Wiesn-Ausklang. In Hochreiters Weißbier Karussell finden bis zu 130 Wiesn-Besucher Platz. Eine Runde dauert stolze 11,5 Minuten lang.

Das Oktoberfest bietet in punkto Geschwindigkeit für jeden Besucher etwas – gemütliche, aber auch rasante Fahrgeschäfte sowie eine unglaubliche Logistik in den Festzelten und bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Wir wünschen Ihnen eine schwindelfreie Wiesn 2017.