Keine Bierpreisbremse

Bezahlbarer Wohnraum, Verkehrsengpässe? Alles kalter Kaffee gegen das Thema, das den Münchner Stadtrat am 17. Mai beschäftigte: Eine Bierpreisbremse für die Wiesn?

Der Vorschlag kam vom zweiten Bürgermeister und Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU), der den Bierpreis für drei Jahre auf 10,70€ deckeln wollte, was dem Höchstpreis des Vorjahres entsprochen hätte. Als finanziellen Ausgleich hatte er einen zusätzlichen Wiesntag vorgeschlagen. Beides fiel in einer höchst emotionalen und bemerkenswerten Sitzung im Münchner Stadtrat durch.

Tatsächlich kam Josef Schmids Vorschlag bei allen Parteien außerhalb seiner CSU unter Feuer und sah sich Vorwürfen von Populismus bis Sozialismus ausgesetzt. Zudem bemängelten die Kollegen aller Parteien, es hätte sich um einen Alleingang Schmids gehandelt.

Der frühere Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD) präsentierte gar eine privat erstellte Statistik zu Bierpreis und Durchschnittslohn, nach der man heutzutage wesentlich kürzer für eine Maß Bier arbeiten müsse, als dies früher noch der Fall gewesen wäre. Außerdem hätte selbst bei einem Preisanstieg um 50 Cent lediglich „ein Kampftrinker, der zehn Maß schafft, einen Preisnachteil von fünf Euro“ – also kein Problem, das Familien und „normale“ Wiesnbesucher wirklich betreffen würde.