So sicher ist die Wiesn 2016

Aufgrund der aktuellen Ereignisse beschäftigt das Thema Sicherheit auf dem Oktoberfest wieder viele Besucher, Touristen und natürlich auch die Stadt München selbst als Veranstalter.

Stadtrat überprüft das Sicherheitskonzept

(26.07.2016) In enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei hat sich der Münchner Stadtrat darauf geeinigt, dass Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2016 zu überprüfen und Entscheidungen dann sofort umzusetzen.

„Mit dieser Entscheidung ist jetzt sichergestellt, dass rechtzeitig alle Maßnahmen getroffen werden, die die Sicherheitsfachleute für nötig erachten, um die Wiesn so sicher wie möglich zu machen", sagt Oberbürgermeister Reiter.

Wiesnchef Josef Schmid ist froh: „Es werden jetzt mit Hochdruck Gespräche mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei geführt. Ich werde diese Gespräche persönlich leiten. Ziel des neuen Konzepts muss es sein, die Zugänge zur Wiesn besser zu kontrollieren. Die Sicherheit der Wiesnbesucher hat oberste Priorität."


Sicherheit für die Wiesn-Besucher

Trotz der 6 Millionen Besucher, die jährlich auf das Festgelände strömen, gab es auf dem Münchner Oktoberfest seit über 30 Jahren keine schlimmen Vorfälle mehr. Dies liege an dem bewährten Sicherheitskonzept, das Jahr für Jahr fortgeschrieben werde, sagte ehemalige Münchner Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle der Nachrichtenagentur dpa. „Aber man kann nie ausschließen, dass etwas passiert - Unvorhergesehenes ist immer möglich.“

Um die nötige Sicherheit zu gewährleisten und zu verbessern, wird in diesem Jahr das Sicherheitspersonal mit 100 neuen Ordnungskräften aufgestockt. An den Eingängen zum Festgelände wird es außerdem Taschen- und Zutrittskontrollen geben, die bei Verdacht auf Mitführen von unerlaubten Gegenständen durchgeführt werden sollen.

Ungefährlich sind Massenveranstaltungen grundsätzlich nicht, weshalb Vorkehrungen getroffen werden müssen. Das Gute ist, dass die Theresienwiese ein zu allen Seiten offenes Gelände ist. Falls eine Massenpanik ausbrechen sollte, kann man das Gelände zu jeder Zeit in alle Richtungen verlassen.

Das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest basiert auf Jahrzehnte langer Erfahrung und wird jedes Jahr neu überarbeitet. Videoüberwachung von Problemzonen, Sperringe rund um die Wiesn oder laufende Erhöhung des Ordnerpersonals sind nur wenige der vielen Sicherheitsneuerungen der letzten Jahre. Neu dazu kommt die verstärkte Nutzung von sozialen Netzwerken, um die Oktoberfestbesucher vor einer drohenden Überfüllung zu warnen. Auf Twitter und Facebook soll rechtzeitig kommuniziert werden, wenn es eng werden kann.

Besonders kritisch wird es am Wochenende in den Bierzelten und im U-Bahnhof Theresienwiese. Hier hilft das daumendicke Sicherheitskonzept, das Münchner KVR, Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz zusammen ausgearbeitet haben. Polizeisprecher Wolfgang Wengers Devise lautet: Massenandrang beobachten und notfalls schnell reagieren.

Auch wenn betrunkene Besucher meist stark protestieren, werden Zelte und auch U-Bahnhöfe bereits geschlossen, bevor sie komplett überfüllt sind. Fahrgäste dürfen dann nur schubweise aus den U-Bahnen ein- und aussteigen. Eine große Anzahl an Ordnern mit nachgewiesener Ausbildung und ein ausgearbeitetes Kommunikationskonzept muss jeder Wiesn-Wirt für sein Bierzelt nachweisen können.

Und was, wenn doch etwas passiert? Dann werde nach dem MANV-Konzept (Massenanfall von Verletzten) gearbeitet, so Blume-Beyerle. Die Unterteilung in Verletzungsgrade kann so die Hilfeleistung optimieren. Rund um die Theresienwiese hat die Feuerwehr einen Rettungsring mit Behandlungsplätzen und seit 2010 ein Feldlazarett auf dem Bavariaring. Die Rettungswege werden zudem jedes Jahr optimiert. München ist also vorbereitet – auf eine friedliche Wiesn 2016!