Zentral-Landwirtschaftsfest 2016

Wenn die Welt im September zwei Wochen lang nach München blickt und das Oktoberfest 2016 Touristen aus aller Herren Länder anzieht, dann können die bayerischen Bäuerinnen und Bauern zu Recht und mit Stolz behaupten, dass es das berühmteste Volksfest der Welt ohne die Landwirtschaft nicht geben würde.

ZLF und Oktoberfest – eine Einheit

Das erste Oktoberfest im Jahr 1810, anlässlich der Hochzeit des bayerischen Kronprinzen, fand beim Volk einen so großen Anklang, dass es in den folgenden Jahren wiederholt wurde. Bereits 1811 lud der „Landwirtschaftliche Verein“ auf die Theresienwiese zu einem großen „Nationalfest“ mit Pferderennen, Viehmarkt und Viehprämierung ein. Damals konkurrierten 23 Hengste, 29 Zuchtstuten, 22 Stiere, 31 Kühe, 27 Schafböcke und drei Schweine um die Preise. Der König überreichte die Preise persönlich am Eingang des Königszelts und erwies dem Bauernstand eine zu dieser Zeit nicht selbstverständliche Ehre. Die Bauernarbeit erhielt mit dieser Zeremonie einen neuen Stellenwert.


1812 nannte sich die Veranstaltung bereits „Centrallandwirtschaftsfest“. Schon jetzt handelte es sich nicht mehr nur um eine reine Viehprämierung - auch Maschinen und Geräte sowie landwirtschaftliche Produkte waren Bestandteil auf dem Oktoberfest. Themen wie die Holzschnitzkunst, die Papierherstellung aus Holzfasern und der Obstanbau erweiterten das Angebot.

Der Ruf der landwirtschaftlichen Ausstellung reichte in den folgenden Jahrzehnten immer weiter in die Ferne hinaus, die wirtschaftliche Bedeutung des ZLF nahm stark zu. 1864 wurden der Öffentlichkeit die Versuche von Justus von Liebig zum Kartoffelanbau präsentiert. 1877 wurde die Sojabohne zum ersten Mal ausgestellt und der Anbau von Moos- und Moorbeeren aus Amerika wurde demonstriert. Das ZLF findet heute alle vier Jahre parallel zum Oktoberfest statt.

ZLF 2016

Das Land kommt dieses Jahr wieder in die Stadt. Nirgendwo sonst hat der Städter eine solch konzentrierte Möglichkeit sich zu informieren und Kontakte aufzunehmen. Und nirgendwo sonst haben Bäuerinnen und Bauern die Gelegenheit, ihre Anliegen in derart gezielter Form dem Städter und insbesondere der Jugend nahe zu bringen, als auf dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest in München.

Vom 17. bis 25. September präsentiert sich das ZLF auf dem südlichen Teil der Theresienwiese unter dem diesjährigen Motto: „Landwirt-schaf(f)t Heimat“. Weil sich die Oide Wiesn immer größerer Beliebtheit bei den Besuchern erfreut, stellt das ZLF heuer einen kleinen Teil seiner Fläche dem „Festzelt Tradition“ zur Verfügung. Das Zelt öffnet in der ersten Wiesnwoche abends und in der zweiten Woche ganztags für die Oktoberfestbesucher. Nach Beendigung des ZLF bleibt rund um das Festzelt Tradition ein Dorfplatz mit Info- und Verkaufsständen erhalten. Die traditionelle Verbindung zwischen Oktoberfest und Landwirtschaftsausstellung soll so dokumentiert und das Gelände um ein neues Erlebnis bereichert werden.

Der Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Bürgermeister Josef Schmid, freut sich: „Mit dem vorliegenden Konzept bietet der Bayerische Bauernverband den Freunden der Oidn Wiesn eine attraktive Alternative an. Es ist eine charmante Idee, die für beide Veranstaltungen schöne Perspektiven eröffnet.“
In diesem Jahr präsentieren sich auf dem ZLF mehr als 650 Aussteller. Im „Großen Ring“ locken zudem spektakuläre Tiervorführungen. Neu auf dem ZLF ist ein moderner Milchviehstall mit 20 Kühen und Melkroboter. Die Besucher bekommen Einblick in den Stallbetrieb - ein echter Bauernhof mitten in der Stadt. Der Stall ist ausgestattet mit automatischer Fütterung, automatischem Melksystem und automatischer Entmistung. Mit dem Schweinemobil können sich die Besucher auch ein Bild von der modernen Schweinehaltung machen.

Öffnungszeiten

Das ZLF ist vom 17. bis 25. September 2016 von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Nach Beendigung der Ausstellung um 18 Uhr ist das Festzelt Tradition mit Biergarten für Wiesn-Besucher bis 22.30 Uhr geöffnet. In der zweiten Oktoberfest-Woche vom 26. September bis 3. Oktober 2016 sind der Dorf-Marktplatz von 10 bis 21 Uhr und das Festzelt Tradition von 10 bis 22.30 Uhr geöffnet.