Die sechs Münchner Brauereien

In den Wiesn-Zelten darf nach langer Tradition nur Münchner Bier ausgeschenkt werden. Dieses zeichnet sich durch eine besonders lange Tradition und daher Erfahrung im Brauen und natürlich die strikte Einhaltung des Reinheitsgebotes aus. Hier finden Sie einen Überblick über die sechs Oktoberfestbrauereien.

Augustiner

1328 gegründet gilt die Augustiner Brauerei als die älteste der Stadt München. Sie hat ihre Wurzeln im Augustiner-Kloster in der Neuhauser Gasse. Schon damals gab es in dem Kloster auch eine eigene Ausschenke, die sehr beliebt bei den Münchnern war. Im Zuge der Privatisierung zog die Brauerei im 19. Jahrhundert zunächst in die Neuhauser Straße 27 um, wo noch heute die beliebte Augustiner-Gaststätte existiert, später dann in die Landsberger Straße, wo die Brauerei bis heute ihren Sitz hat und wo sich das urige Bräustüberl mit einer Auswahl an günstigen, bayerischen Speisen befindet. Die Biergärten des Augustinerkellers und des Hirschgartens sind in München sehr beliebt. Als einziges der Münchner Biere hat das Augustiner das typische kleinere Flaschenformat mit breiterem Bauch.
Auf dem Oktoberfest gibt es das 6-prozentige Augustiner-Oktoberfest-Bier im Augustiner Festzelt sowie in der Fischer Vroni. Die Brauerei verwendet als einzige noch die traditionellen Holzfässer, die so genannten Hirschen, zur Lagerung.


Hacker Pschorr

Die Brauerei wurde 1417 bei der heutigen Gaststätte Altes Hackerhaus in der Sendlinger Straße gegründet und entwickelte sich im 18. Jahrhundert unter dem Ehepaar Joseph Pschorr und Maria Theresia Hacker zu Münchens führender Brauerei. Hacker und Pschorr wurde später von den Söhnen als getrennte Brauereien weitergeführt und ist erst seit 40 Jahren wieder eine gemeinsame Marke. Die Brauerei befindet sich heute in denselben Räumlichkeiten wie die Paulaner Brauerei. Seit 2007 wird das Hacker-Pschorr-Bier wieder in den traditionellen Flaschen mit Bügelverschluss verkauft.
Auf dem Oktoberfest gibt es das mit 5,8% schwächste Bier im Hacker-Zelt (Himmel der Bayern) und in der Pschorr-Bräurosl.
Hofbräu

Die Brauerei wurde 1589 unter Wilhelm V. gegründet. Seinen ursprünglichen Sitz hatte die Brauerei am so genannten Platzl im Hofbräuhaus, das bis heute ein beliebtes Wirtshaus und eine der touristischen Hauptattraktionen Münchens ist. Im 19. Jahrhundert wurde die Brauerei verstaatlicht und zog aus Platzmangel in die Innere Wiener Straße um, wo sich noch heute der Hofbräukeller mit einem der schönsten Biergärten Münchens befindet. Seit etwa 30 Jahren befindet sich die Brauerei nun in München-Riem.
Mit 6,3% ist das Hofbräu-Bier das stärkste unter den Wiesn-Bieren und wird nur im Hofbräuzelt ausgeschenkt.


Löwenbräu

Bis ins späte 14. Jahrhundert lässt sich die Geschichte der Löwenbräu-Brauerei in der Löwengrube zurückverfolgen. Im 19. Jahrhundert entwickelt sich der mittelgroße Betrieb unter der Familie Brey zur größten Brauerei Münchens und zieht wegen des starken Wachstums in die Nymphenburger Straße um, wo er noch heute ansässig ist.  Seit Oktober 2004 gehört die Spaten-Franziskaner-Löwenbräu-Gruppe zu InBev.
Merkmal der Marke Löwenbräu ist der Löwe.
Berühmt ist auch der überdimensional große Löwe auf dem Löwenbräu-Wiesn-Zelt, der mit dem Schwanz wackelt und brüllt.
Auf dem Oktoberfest gibt es Löwenbräubier neben dem Löwenbräu-Festzelt auch im Schützen-Festzelt. Das Löwenbräu-Oktoberfestbier hat 6,1% Alkohol.
Paulaner

Seit 1634 im Kloster des Paulanerordens in der Neuhauser Straße gebraut, ist das Paulaner-Bier das jüngste unter den Münchner Bieren. Zunächst wurde das Bier nur an Festtagen öffentlich ausgeschenkt. Das Rezept des Starkbiers, das schnell sehr beliebt bei den Münchnern wurde, geht auf einen gewissen Bruder Barnabas zurück. Hauptsitz der Brauerei ist heute auf dem Nockherberg, in dessen Gaststätte auch das alljährliche Starkbierfest mit dem berühmten Politiker-Derblecken (Veralbern) unter Leitung eines gewählten Bruder Barnabas stattfindet.
Das Oktoberfestbier von Paulaner hat 6% Alkohol und wird im Winzerer Fähndl, Armbrustschützen-Zelt sowie im Käferzelt. Paulaner Weißbier gibt es außerdem im Nymphenburg Wein- und Sektzelt.


Spaten

Die Spatenbrauerei wurde 1397 gegründet und war die ersten Jahrhunderte in der Neuhauser Gasse angesiedelt. Seit 1807 ist die Brauerei nun im Besitz der Familie Sedlmayer und zog bald in die Marsstraße um, wo sie noch heute ansässig ist. Merkmal der Marke ist ein weißer Spaten auf rotem Hintergrund sowie die Initialen Gabriel Sedlmayers. Ebenso im Besitz der Familie Sedlmayer und daher heute mit Spatenbräu verbunden ist die Franziskaner-Brauerei. Seit einigen Jahren gehört die Spaten-Franziskaner-Löwenbräu-Gruppe zu InBev.
Spaten und Franziskaner Bier wird auf dem Oktoberfest im Schottenhamel, wo alljährlich der Anstich stattfindet, im Marstall, in der Ochsenbraterei und natürlich der Spatenbräu Festhalle ausgeschenkt. Das Bier hat 5,9% Alkohol.