Strom, Wasser, Erdgas - Der Verbrauch auf der Wiesn

Fahrgeschäfte, gespülte Krüge, Brathendl, Festbeleuchtung und Toiletten - ohne Strom, Wasser und Erdgas würde auf dem Oktoberfest überhaupt nichts mehr funktionieren. Wie viel das größte Volksfest der Welt wirklich verbraucht, haben die Stadtwerke München (SWM) nachgerechnet.

Strom

Auf der Theresienwiese fließt der Saft durch 43 Kilometer Kabel. Der bunte Wiesn-Trubel verbraucht rund 2,7 Millionen kWh. Damit könnten etwa 1100 Haushalte ein ganzes Jahr lang versorgt werden. Die benötigte Spitzenleistung für die gesamte Theresienwiese ist vergleichbar mit der einer Kleinstadt, die rund 21000 Einwohner hat.

Wasser

Rund 100 Millionen Liter Wasser werden während der Wiesn durchschnittlich verbraucht. Zum Vergleich: Der tägliche Bedarf der gesamten Stadt München liegt bei 320 Millionen Litern. Zu Füßen der Bavaria ist das Wasserversorgungsnetz der Stadtwerke rund zehn Kilometer lang. Dazu kommen noch sieben Kilometer fest verlegter Anschlussleitungen.

Erdgas

55 gastronomische Betriebe gibt’s auf der Wiesn – dort wird gebraten und gekocht, was das Zeug hält. Dafür und für die Warmwasserbereitung werden insgesamt 200 000 Kubikmeter Erdgas benötigt. Zum Mengenvergleich: Damit könnten 85 Einfamilienhäuser ein ganzes Jahr lang ihren Bedarf an Heizung und Warmwasser decken. Die Infrastruktur vor Ort: Ein eigenes Leitungsnetz mit einer Länge von vier Kilometern ist auf der Theresienwiese verlegt worden. Auch die Gartenheizungen der Festzelte werden darüber mit Energie beliefert.

Oktoberfest in alten Zeiten

Was heute unvorstellbar ist: Früher funktionierte das Oktoberfest ganz ohne Strom. Die Entwicklung des ersten elektrischen Generators lag im Jahr 1810, bei der Premiere der Wiesn, noch in weiter Ferne. Erst um 1866 fand Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip und nutzte es bei der Entwicklung des ersten elektrischen Generators.
Selbst das nostalgische Oktoberfest, das dieses Jahr auf dem Südteil der Theresienwiese stattfindet, käme keineswegs ohne Strom aus. Obwohl hier die Wiesn wie anno dazumal gezeigt werden soll, hat das historische Oktoberfest allein schon in den ersten sieben Tagen 70 000 kWh Strom verbraucht.

Umweltfreundlicher Strom

Immer mehr Oktoberfestwirte und Schausteller benutzen den um weniges teureren, umweltfreundlicheren Strom der SWM. Die Anzahl der M-Natur Kunden hat sich inzwischen auf dem hohen Niveau von ca. 60 Prozent eingependelt. Zu den größten Abnehmern zählen die Ochsenbraterei, das Löwenbräu-Festzelt, das Hacker-Festzelt, die Pschorr-Bräurosl und das Winzerer Fähndl. Zu den zahlreichen Schaustellern, die M-Natur nutzen, zählen beispielsweise Riesenrad, Top Spin, Fünfer Looping, Autoscooter oder das Tourismusamt.