Oktoberfest - ein Fest der Landeshauptstadt München
Foto: Anette Göttlicher

Barrierefreie Wiesn: Ein Volksfest für alle

Das Oktoberfest für Gäste mit Handicap

Barrierefrei mit U- und S-Bahn anreisen, Behindertenparkplätze, Rampen für Rollstühle in den Zelten und bei vielen Buden und Fahrgeschäften, Angebote für blinde Wiesngäste, Rollstuhlverleih oder Behinderten-WCs: Es gibt viele Vorkehrungen, mit denen Gäste mit eingeschränkter Mobilität das größte Volksfest der Welt genießen können.

Barrierefreie Anfahrt zum Oktoberfest

Mit U- und S-Bahn barrierefrei auf die Wiesn

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Veranstaltungsgelände zu gelangen, ist für Gäste mit Handicap kein Problem. Alle U-Bahnhöfe rund um die Festwiese sind mit Aufzügen ausgestattet und für Mobilitätseingeschränkte geeignet:

  • U4/U5: Theresienwiese und Schwanthalerhöhe
  • U3/U6: Goetheplatz und Poccistraße
  • S-Bahn: Hackerbrücke
  • U4/U5, S-Bahn S7 / S20: Heimeranplatz

Auf MVG Zoom kann man in Echtzeit sehen, ob Rolltreppen und Aufzüge funktionieren.

Behindertenparkplätze an der Festwiese

Auf dem Südteil der Theresienwiese (Einfahrt über Hans-Fischer-Straße bzw. Poccistraße) stehen ausreichend Behindertenparkplätze für Personen mit blauem Parkausweis zur Verfügung, hier kann kostenfrei geparkt werden.

Barrierefreies Festzeltvergnügen

Den Wirten der großen und kleinen Zelte ist es wichtig, dass auch Personen mit Mobilitätseinschränkung problemlos in die Zelte kommen und dort Wiesngaudi erleben können. Die Zugänge zu allen Festhallen und gastronomischen Betrieben sind entweder ebenerdig oder mit Rampen versehen. Alle Wirte sind vertraglich dazu verpflichtet, Rollstuhlfahrerplätze einzurichten.

Für die großen Zelte gilt: Mindestens 20 behindertengerechte Plätze im Zelt und 20 im Biergarten (alle Festhallen außer Käfer Wiesn-Schänke und Kufflers Weinzelt, dort sind es je 10 Plätze).

Diese Plätze werden für Rollstuhlfahrer und ihre Begleitperson auch ohne Reservierung frei gehalten:
wochentags bis 17 Uhr, samstags, sonntags sowie am Feiertag, 3. Oktober, bis 14 Uhr

Nach diesen Zeiten können die Plätze im Festzelt nur von Rollstuhlfahrern und Ihren Begleitpersonen reserviert werden. Eine Reservierung bei den Festwirten wird empfohlen.

Neben den großen Festhallen bieten auch die kleinen Wiesnzelte ein Kontingent mit Plätzen für Rollstuhlfahrer an.

Für alle Zelte gilt: Wenn die Zelte wegen Überfüllung geschlossen sind, können auch Rollstuhlfahrer nur mit Reservierung eingelassen werden.

Alle 16 großen Festhallen sind mit Behinderten-WCs ausgestattet, ebenso die meisten der kleinen Wiesn-Zelte. Die Behinderten-WCs sind mit einer einheitlichen Schließanlage ausgerüstet, die mit dem sogenannten EURO-Schlüssel genutzt werden kann.

Barrierefreies Volksfestvergnügen für Groß und Klein

Die Schausteller und Marktkaufleute des Oktoberfestes leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne Hilfestellung und gehen auf Wünsche von Behinderten ein. Mitmachen auf der Wiesn ist auch für Menschen mit Behinderungen möglich.

Barrierefreier Fahrspaß im Riesenrad, Autoscooter & Co

Das Münchner Oktoberfest hat eine besondere Attraktion für Menschen mit Handicap. Das große Riesenrad, Wahrzeichen der Münchner Wiesn, hat eine Rampe, über die Rolli- und Rollatorfahrer mit eigener Kraft zu den beiden für Rollstühle geeigneten Gondeln gelangen.

Selbst fahren im Autoscooter? Die Autoscooter-Betriebe Distel (Schaustellerstraße 17), Geier („Bayern-Crash“, Wirtsbudenstraße 100) und Steinhart (Schaustellerstraße 1) laden mit einer Rampe und Fahrzeugen mit Handgasbetätigung zum Fahrvergnügen ein.

Barrierefreien Zugang bieten die Geisterbahnen „Geisterpalast“ (Straße 5, Nr. 3,), Geisterschloss“ (Schaustellerstraße 20) und „Fahrt zur Hölle“ (Straße E, Nr. 4).

Einen Rundumblick auf die Wiesn bietet „The Tower“ (Straße 3, Nr. 5), den auch Gäste mit Handicap über einen barrierefreien Zugang via Rampe und Lift bis zur 7. Etage genießen können.

Der Kettenflieger „Jules Verne Tower“ (Schaustellerstraße 53) verfügt über einen Aufzug zu den Sitzplätzen. Das Kettenkarussel “Wellenflug” verfügt über eine Rampe. Wer rasant fahren will, erreicht auch den „Freestyle“ über eine Rampe.

Für Kinder mit Behinderung: über Rampen erreichen auch Kinder im Rollstuhl die Kinderfahrgeschäfte (“Babyflug”, Straße 3 Ost, Nr. 12 und Matthias-Pschorr- Straße 51, “Kinderkarussell” Straße 5, Nr. 22 und Schaustellerstraße 34) sowie die „Kindertraumschleife“ (Straße 4, Nr. 16), die zudem mit einem Beckengurt-Rückhaltesystem bestückt ist.

Barrierefreier Spielspaß an Schieß-, Spiel- und Wurfbuden

Der barrierefreie Zugang zu den Schieß- und Wurfbuden ist je nach der Beschaffenheit des Standplatzes durch Rampen gewährleistet.
An den Buden mit niedriger Theke (Schießhalle Eichel, Straße C, Nr. 2, Schießbude Kraus, Straße 3, Nr. 1, Schießbude „Globus“, Schaustellerstraße 10) können auch Rollifahrer ihre Zielsicherheit testen.

Beim „Altbayerisches Scherbenschießen“ (mobile Rampe, Schaustellerstraße 22) gibt es auf der niedrigen Theke eine Auflage für das Gewehr, um dessen Gewicht zu reduzieren, und die Mitarbeiter „unterrichten“ im Schießen.

Barrierefrei an Imbiss-Stand und Bierausschank

Auch hier gilt: Der barrierefreie Zugang zu Imbiss-Ständen und Bierausschank ist je nach der Beschaffenheit des Standplatzes durch Rampen gewährleistet.

Rollstuhlgerechte Tische zur Ablage von Currywurst und Co. gibt es bei der Wurstbraterei „Zum Gaumenschmaus“ (Wirtsbudenstraße 2), der „Crepes Stadl“ (Wirtsbudenstraße 74), dem „Baumstriezelstand“ (Straße 1, Nr. 18), den „Kartoffelspezialitäten“ (Wirtsbudenstraße 106), dem „Schlemmerhaus“ (Matthias-Pschorr-Straße 16), der „Suppenküche“ (Straße 1, Nr.5), „Beim Biermann“ (Straße 1, Nr. 7), beim „Alten Brauhaus“ (Matthias-Pschorr-Straße 54) sowie beim „Bierstüberl“ (Schaustellerstraße 57).

Klappbare Tische in praktischer Höhe für Rollis finden sich zum Beispiel bei den Stehausschänken in der Schaustellerstraße 507 und 520 und bei der “Fischbraterei Berger” (Wirtsbudenstraße 59).

Um sich eine Brotzeit an einem der Feinkoststände zu kaufen, braucht es für Rollifahrer eine niedrige Verkaufstheke, die an der „Brotzeitalm“ (Straße 3 Ost, Nr. 6), dem „Winter Fischhaus“ (Wirtsbudenstraße 1) und der „Kartoffel-Hüttn“ (Matthias-Pschorr-Straße 24) vorhanden ist.

Das Lebkuchenherz als Souvenir kann bei der „Herzlmalerei“ mit niedriger Theke in der Schaustellerstraße 50 erstanden werden.

Behindertentoiletten gibt es bei folgenden Bierausschank-Betrieben:
„Zum Biermann“ (Straße 1 Nr. 7), “Weißbierkarussell Fahrenschon” (Wirtsbudenstraße 116) , “Weißbierausschank” (Straße 4 Ost, Nr. 4), “Altes Brauhaus” (Matthias-Pschorr-Straße 51), “Bierausschank Kollmann” (Straße E, Nr. 11), “Bierstüberl Kübler” (Schaustellerstraße 57).

Service und Brailleschrift für sehbehinderte Wiesngäste

Bei der „Fahrt zur Hölle“ (Straße E, Nr. 4) werden Sehbehinderte und Blinde auf Wunsch begleitet und bekommen die Gruselattraktionen erklärt. Im Laufgeschäft „Dschungelcamp“ führen bei Bedarf speziell geschulte Mitarbeiter durch die Abenteuerwelt. Einige Fahrgeschäfte geben ihre Fahrpreise auch in Blindenschrift an.

Speisen- & Getränkekarten in Brailleschrift

Festbetriebe:

  • Ammer Hühner- und Entenbraterei
  • Biergarten des Familienplatzls
  • Café Schiebl
  • Fischer Vroni
  • Fisch-Bäda
  • Glöckle Wirt
  • Hühner- und Entenbraterei Goldener Hahn
  • Heinz Wurst und Hühnerbraterei
  • Poschner‘s Hühner- und Entenbraterei

Imbissstände:

  • Brotzeitalm (Straße 3 Ost, Nr. 6)
  • Wurstbraterei „Zum Gaumenschmaus“ (Wirtsbudenstraße 2)
  • 1/2-Meter-Bratwurststand (Matthias-Pschorr-Straße 38)

Eine Sortimentsliste in Blindenschrift gibt es bei „Angies Herzlhüttn“ (Matthias-Pschorr-Straße 40) und beim Süßwaren-Standl Zimmermann-Weber (Straße 3, Nr. 17).

Der besondere Tipp: Lebkuchenherzl mit Brailleschriftzug Liebhaber eines süßen Lebkuchenherzens erhalten bei Georg Rieger jun. (Straße 2, Nr. 14) Herzl-Variationen mit Aufschriften in Blindenschrift.

Weitere barrierefreie Serviceangebote

Öffentliche Behinderten-WCs auf dem Festgelände

Neben den Behindertentoiletten in den Zelten, bei Fahrgeschäften und Bierausschankbetrieben gibt es weitere sechs barrierefreie Toiletten auf dem Festgelände:

  • im Servicezentrum Theresienwiese (SZT), Eingang Festleitung
  • auf dem Gelände der Oidn Wiesn, hinter dem Marionettentheater
  • am Eingang Esperantoplatz
  • am Haupteingang (P2), Zugang vom Gehweg Bavariaring
  • in Straße C, gegenüber dem Ausgang OW 2 der Oidn Wiesn
  • und eine „Toilette für alle“ an der Kreuzung Straße D/Straße 6, nahe des Behindertenparkplatzes. Auch hier gilt: Mit dem EURO-Schlüssel können diese Toiletten benutzt werden.

Kostenloser Rollstuhlverleih

Die Gepäckaufbewahrungen an den Eingängen Hans-Fischer-Straße am Südteil der Theresienwiese (G 10) und neben dem U-Bahnhof Theresienwiese auf Höhe des Kinderspielplatzes (G 3) stellen für Wiesnbesucher mit Mobilitätseinschränkung jeweils zwei Rollstühle kostenlos zur Verfügung. Eine Reservierung unter der Telefonnummer +49 176 45751387 wird empfohlen.

Barrierefreie Wiesn-Führung

Wer einen Einblick in die Geschichte des Oktoberfests bekommen will, der kann beim „Universum Oktoberfest“ eine barrierefreie Wiesn-Führung buchen:

Georg P. Huber Veranstaltungsagentur GmbH
Tel + 49 89 46131511, Mobil +49 151 29118384
Fax +49 89 46131513
E-Mail: Bitte JavaScript aktivieren, um diesen Inhalt zu betrachten, www.universum-oktoberfest.de

Die Oktoberfest-App

Im Geländeplan der Oktoberfest-App gibt es bei vielen Orten den Button „Details“. Falls verfügbar, erscheinen auf der entsprechenden Detailseite weitere Infos zur Barrierefreiheit des gewählten Ortes. Über die Suchfunktion im Geländeplan kann mit den Tags „Barrierefrei: …“ (zum Beispiel: Rampe, Sitzplätze, Fahrspaß) das Festgelände nach unterschiedlichen Anforderungen gefiltert werden.