Oktoberfest - ein Fest der Landeshauptstadt München
Foto: Sebastian Lehner

Öko-Wiesn

Öko-Strom, Öko-Gas und mehr: So umweltfreundlich ist das Oktoberfest

Fahrgeschäfte drehen sich und leuchten dabei zu Musik in bunten Farben, Bierkrüge werden gespült, Brathendl gegrillt. Ohne Strom, Wasser und Erdgas würde auf dem Oktoberfest überhaupt nichts laufen. Mit einem durchdachten Öko-Konzept ist die Wiesn dennoch eine vorbildliche Großveranstaltung, die dafür sogar den „Umwelt-Oscar“ des Bundeswirtschaftsministeriums verliehen bekam.

Öko-Strom und Öko-Erdgas auf dem Oktoberfest

Schon seit 2012 werden alle Schausteller, Marktkaufleute und Wirte auf der Wiesn mit M-Ökostrom versorgt. Und: über 60 Prozent der Beschicker nutzen das Angebot „M-Ökoaktiv“ der Münchner Stadtwerke. Mit dem Bezug von M-Ökoaktiv unterstützen sie zusätzlich zum Bezug von M-Ökostrom und M-Ökogas aktiv den Neubau von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung, indem sie einen Aufschlag bezahlen.

Auch die Festleitung denkt und handelt ökologisch: Seit dem Jahr 2000 werden alle öffentlichen Bereiche des Oktoberfests, die Wiesn-Straßen und die öffentlichen Toiletten mit Ökostrom betrieben.

Neben M-Ökostrom beziehen alle über 50 gastronomischen Betriebe auf der Wiesn M-Ökogas. Allein durch die Bereitstellung von umweltschonendem M-Ökostrom und -gas für alle können jedes Jahr 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Durch Öko-Punkte auf das Oktoberfest

Wer sich mit seinem Fahrgeschäft, Stand oder Betrieb um einen Platz auf der Wiesn bewerben will, kann schon seit 1995 bei der Zulassung mit „ökologischer Verträglichkeit“ punkten. Welche Kriterien werden berücksichtigt? Zum Beispiel die Verwendung von biologisch abbaubarem Hydraulik-Öl bei den Fahrgeschäften, in der Gastronomie sind es unter anderem Produkte aus ökologischem Anbau (mit Eigenzertifikat). Auch mit Energiesparmaßnahmen, zum Beispiel die Installation einer Solaranlage oder die Verwendung von LEDs in den Zelten und bei den Fahrgeschäften, kann man Öko-Punkte sammeln.

Reduzierung von Abfall und Mülltrennung auf der Wiesn

Das Oktoberfest hat ein eigenes Abfallvermeidungskonzept. Das bedeutet konkret: Einweggeschirr ist verboten und der Müll wird strikt getrennt. Schon seit 1991 ist auf der Wiesn ausschließlich Mehrweggeschirr und -besteck zugelassen! Der Maßkrug ist das berühmteste Beispiel hierfür, aber auch Softdrinks und Wasser werden nur in Mehrwegflaschen mit einem Mindestpfand von einem Euro abgegeben. Dosen findet man auf der Wiesn gar nicht, sie sind nicht erlaubt. Auch die Behältnisse, in denen Lebensmittel und Bierkrüge angeliefert werden, müssen wiederverwendbar sein.

Wasser-Recycling für eine nachhaltige Wiesn

Seit 1998 gibt es ein Recycling-Projekt, mit dem auf dem Oktoberfest Wasser gespart wird: In sieben Festhallen (Pschorr Bräurosl, Hacker Festzelt, Hofbräu-Festzelt, Löwenbräu-Festzelt, Marstall Festzelt, Schottenhamel-Festhalle und Paulaner Festzelt) und in den Hühnerbratereien „Zum Stiftl“, „Poschner's“ und „Goldener Hahn“ wird das Nachspülwasser der Bierkrugspülmaschinen nicht in den Abwasserkanal geleitet, sondern für die Zelttoiletten verwendet. (Stand: 2018)

Bio-Schmankerl auf dem Oktoberfest

Auch kulinarisch ist die Wiesn mittlerweile ein Öko-Großevent! Viele Betriebe sind nach der EU-Öko-Verordnung Nr. 834/2007 zertifiziert. Auf ihren Speisekarten findet man zahlreiche Volksfest-Schmankerl in Bioqualität: Von Klassikern wie dem Wiesnhendl und der Bratwurst über die Steaksemmel bis zur gebrannten Mandel und der Schokobanane. Aber es ist nicht nur das Essen selbst, das bio ist: Auch auf kurze Transportwege wird geachtet und darauf, CO2-neutrale Produkte anzubieten — wie es zum Beispiel die berühmten Lebkuchenherzen sind.

Fun Fact: Das Oktoberfest kam bis 1866 ohne Strom aus

Was heute unvorstellbar ist: Früher funktionierte das Oktoberfest ganz ohne Strom. Es musste, denn die Erfindung des ersten elektrischen Generators lag im Jahr 1810, als die erste Wiesn stattfand, noch in weiter Ferne. Erst um 1866 entdeckte Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip und nutzte es für die Entwicklung des ersten elektrischen Generators.

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