Oktoberfest - ein Fest der Landeshauptstadt München
Foto: Anette Göttlicher

Der Oktoberfest-Aufbau 2019

Halbzeit beim Wiesn-Aufbau: Die kleinen Zelte kommen!

Halbzeit is! Seit fünf Wochen ist die Theresienwiese eine Baustelle — und in fünf Wochen geht das Oktoberfest 2019 los. Die großen Zelte sehen nun auch innen schon richtig fesch aus und die kleinen werden aufgebaut.

Fünf Wochen Aufbau: Sonne im Löwenbräu, der Aloisius schwebt

Die großen Wiesnzelte haben mittlerweile alle ihre „Himmel“ bekommen. Die typischen Farben, meistens in Form von Stoffbahnen, wurden in allen vierzehn Festzelten und in den zwei Zelten der Oidn Wiesn angebracht. Stefanie Spendler vom sonnengelben Löwenbräuzelt hat uns verraten, wieso das so ist: Der Boden kann erst komplett verlegt werden, wenn der Himmel fertig ist, weil zu dessen Aufhängung schweres Gerät mit Hebebühnen im Zelt unterwegs ist. Im Hofbräuzelt darf deswegen der Engel Aloisius endlich über dem Geschehen schweben.

Jetzt kommen die kleinen Zelte: Bodos Cafézelt, Zum Stiftl und mehr

Was wäre die Wiesn ohne die 22 kleinen Zelte? Nachdem die großen stehen und deren Container langsam weniger werden, ist Platz für den Aufbau der kleinen. Den Anfang machte Bodos Cafézelt: Der Sprecher der Wirte der kleinen Zelte, Otto Lindinger, war live mit dabei, als die Schilder auf dem First montiert wurden. Hinterm Löwenbräuzelt wird Rischarts Café Kaiserschmarrn errichtet und in der Zeltstraße sieht man schon Zum Stiftl und den Glöckle Wirt entstehen, die Hühner- und Entenbratereien von Poschner und schräg gegenüber Ammer — nach dem Schottenhamel das zweitälteste Zelt der Wiesn!

1 Monat Aufbau: Die schöne Bräurosl und der Engel Aloisius

Einen Monat laufen die Bauarbeiten auf der Münchner Theresienwiese nun schon. Viele typische Wiesn-Insignien der großen Zelte sind mittlerweile angekommen und werden montiert: Zum Beispiel grüßt die fesche Bräurosl von der Pschorr Bräurosl und das Hofbräu-Festzelt hat nicht nur seine Krone aufgesetzt bekommen, sondern innen im Zelt wartet auch schon der berühmte Engel Aloisius, der Münchner im Himmel aus Ludwig Thomas Kurzgeschichte. Bald schwebt er hoch oben unterm Zeltdach - an einem Stück!

Das Augustiner Holzfasslager und der Himmel der Bayern

An der Augustiner-Festhalle wird gerade der Turm errichtet, der nicht nur ein Wahrzeichen des Zelts ist, sondern auch einen Zweck hat: Im Augustinerzelt wird das Wiesnbier nämlich noch aus 200-Liter-Holzfässern, den sogenannten Hirschen, ausgeschenkt. Diese lagern im Turm mit dem grünen Dach. Im Hacker-Festzelt werden unterdessen die 2000 Quadratmeter großen Gemälde installiert, die erst 2016 von Rudi Reinstadler exklusiv fürs Oktoberfest gemalt wurden.

Woche 3: Von Armbrustschützen- bis Weinzelt: alle stehen!

Seit dem 8. Juli wird auf der Theresienwiese das Oktoberfest 2019 aufgebaut. Als erstes stand das Gerüst der Ochsenbraterei, danach ging es Schlag auf Schlag und Zelt auf Zelt: nach einer Woche waren fünf große Wiesnzelte hochgezogen, jetzt sind sie alle da, die Festzelte, vom Marstall-Zelt am Haupteingang auf der Seite der Paulskirche über das Hofbräufestzelt und die Pschorr Bräurosl bis zu Kufflers Weinzelt am südlichen Ende.

Gut, besser, Paulaner und ein Löwe ohne Durst

Die Zelte tragen mittlerweile ihre Schrifttafeln auf den Giebeln: Da sieht man den „Himmel der Bayern“ auf dem Hackerfestzelt, „Gut, besser, Paulaner“ auf dem Dach des Paulanerfestzelts und die markante Schrift es Armbrustschützenzelts. Der Paulaner-Turm stand schon in der ersten Woche, doch nun ragt auch der vom Löwenbräuzelt in den momentan meist blauen Münchner Himmel. Und endlich liegt er nicht mehr wenig königlich am Boden auf dem Rücken, der Löwe, sondern thront droben auf dem Turm: mit dem Maßkrug in der Pranke! Nicht mehr lang, und sein Bruder brüllt wieder „Löööö-weeen-bräääu“ von seinem Platz vor dem Zelt.

Woche 1: Die Fundamente der Zelte müssen gefunden werden

Am 8. Juli ging’s los: 75 Tage vor dem Beginn der 186. Wiesn am 21. September 2019 rollten die ersten 40 Lkw auf die Theresienwiese und lieferten das Material für die großen Zelte an. Es werden nicht alle Bierzelte auf einmal aufgebaut, weil sich sonst Container, Lieferanten und Bauarbeiter gegenseitig im Weg stehen würden. Außerdem werden pro Zelt ein bis zwei Großkräne gebraucht. Als erstes müssen jedoch die Fundamente der großen Zelte unter dem Kies der Theresienwiese gefunden und ausgegraben werden: Jedes Zelt ist individuell und hat seine eigene Basis, auf die kein anderes Zelt passen würde. Und: Die Wiesnzelte werden nirgendwo anders aufgebaut als auf der Münchner Theresienwiese zum Oktoberfest - von November bis Juli halten sie Winterschlaf in 50 Überseecontainern pro Zelt.

Ochsenbraterei und Paulanerturm standen als erste

Weil die Ochsenbraterei 2017 komplett neu konstruiert und gebaut wurde, war sie auch dieses Jahr als erste beim Aufbau dran: Schon Mitte der ersten Aufbauwoche stand das hohe, leuchtend grüne Gerüst da wie eine Eins und bekam seinen markanten „Lass dir raten, trinke Spaten!“- Schriftzug montiert. Auf der anderen Seite der Wiesn wurde währenddessen der Paulanerturm vom Winzerer Fähndl errichtet und bekam auch gleich seinen berühmten Maßkrug aufs Dach. Auf sein Bier muss der besonders bei den Kindern so beliebte Löwe vom Löwenbräu-Festzelt noch ein bisschen warten: Gar nicht so königlich, aber geduldig liegt er auf dem Rücken, bis er diese Woche endlich montiert wird und aus seinem Maßkrug trinken darf.

Zahlen und Fakten zum Wiesn-Aufbau

Sage und schreibe 800 Lkw braucht es, um die Container mit dem Material für die großen Zelte auf die Theresienwiese zu transportieren. Täglich rollen zwischen 40 und 60 Transporter an.

In der ersten Woche waren „nur“ ungefähr 50 Arbeiter mit dem Aufbau beschäftigt, doch wenn nach den großen Zelten die kleinen dazukommen und dann noch die Fahrgeschäfte und die vielen Standln, wenn die Elektriker, Installateure und Schreiner ihre Arbeit aufnehmen, werden es bis zum „O’zapft is!“ am 21. September ca. 8000 Menschen sein, die am Aufbau beteiligt waren. Übrigens auch Frauen!

Ein Zelt hat so viel Fußboden wie 350 Dreizimmerwohnungen, und mit den Kabeln, die in jedem Bierzelt verlegt werden, könnte man vom Chinaturm im Englischen Garten an der Isar entlang bis zum Vorort Pullach im Münchner Süden kommen — über 13 Kilometer weit.

Bis zu 1,50 Meter sind die Nägel lang, mit denen das kleine Wiesnzelt „Zum Stiftl“ auf Ankerplatten befestigt wird — als einziges wird es auf diese Weise am Boden befestigt.

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