Oktoberfest - ein Fest der Landeshauptstadt München
Foto: Anette Göttlicher

Die Wiesn-Sanitäter sind startklar

Erste Hilfe auf dem Oktoberfest: Das Wiesn-Krankenhaus

Zum zweiten Mal ist die Aicher Ambulanz Union auf der Wiesn 2019 für die medizinische Versorgung der Besucher zuständig. Rund 600 Sanitäter und 30 Ärzte kümmern sich um Verletzte und Erkrankte.
Einer der zwei OPs im Wiesn-Krankenhaus Einer der zwei OPs im Wiesn-Krankenhaus • Foto: Anette Göttlicher

800 Quadratmeter, sechs Räume, bis zu 70 Patienten

„Wir könnten morgen schon anfangen“, sagt Peter Aicher, Gründer und Geschäftsführer der Aicher Ambulanz Union, nicht ohne Stolz auf sein gar nicht so kleines Wiesn-Krankenhaus. Die Sanitätsstation hinter der Schottenhamel-Festhalle ist 800 Quadratmeter groß und hat insgesamt sechs Räume zur Behandlung und Überwachung von Patienten; es gibt einen Ruhe- und einen Schockraum und zwei voll ausgestattete OPs. Rund 600 Sanitäter und Helfer, die aus ganz Deutschland, aus Österreich und Italien zur Wiesn kommen, kümmern sich zusammen mit 30 Ärzten um Menschen, denen es beim Feiern oder Karussellfahren plötzlich nicht mehr so gut geht.

Auf alles gut vorbereitet in der Sanitätsstation Auf alles gut vorbereitet in der Sanitätsstation • Foto: Anette Göttlicher

Von der Schnittwunde über die Alkoholvergiftung bis zum Herzinfarkt

„Alkohol-Intoxikationen“, sprich: zu tief und zu oft in den Maßkrug geschaut. Nicht besonders überraschend, dass sie auf der Wiesn öfter mal vorkommen. Aber es gibt auch Schnittverletzungen, oft an Frauenfüßen, die in ungeeignetem Schuhwerk stecken. Deswegen empfiehlt der leitende Arzt Dr. Philipp Kampmann robuste, feste Schuhe zum Dirndl. Ab und an muss auch mal ein Herzinfarkt oder eine andere ernsthafte Erkrankung behandelt werden, weiß Peter Aicher - was jedoch nichts mit der Wiesn zu tun hat, sondern überall passieren kann.

Peter Aicher und Patrick Schönfelder über die verbesserten Fahrtragen Peter Aicher und Patrick Schönfelder über die verbesserten Fahrtragen • Foto: Anette Göttlicher

Was gibt’s 2019 Neues in der Sanitäts-Station?

Um es gleich vorwegzunehmen: die blauen Fahrtragen, in denen Verletzte oder Erkrankte vom Ort des Geschehens abgeholt und zum „Wiesn-Krankenhaus“ gebracht werden, haben immer noch keinen treffenden Spitznamen. Dafür wurden die Erfahrungen von 2018 ausgewertet und die Gefährte aufgerüstet: Sie rollen jetzt auf Vollgummireifen, was den Transport für die Patienten angenehmer macht und das Schieben für die Sanitäter leichter, vor allem auf den Kieswegen abseits der asphaltierten Wege auf der Theresienwiese. Die Teams an den Tragen werden jetzt ganz exakt per GPS geortet und das Einsatzleitsystem erfasst gleich die Angehörigen von Patienten mit, sodass sich keiner aus den Augen verliert. Im Schnitt dauert es übrigens nur 4,5 Minuten vom Notruf bis zum Eintreffen eines Sani-Teams beim Patienten. Bei weit über 300.000 Quadratmetern Oktoberfest: saubere Leistung.