Oktoberfest - ein Fest der Landeshauptstadt München

Wiesn-Gottesdienst im Marstall

Ruhige Minuten im Festzelt: Der Oktoberfest-Gottesdienst

Ein Moment der Stille im Trubel des Oktoberfests: Im Marstall kamen hunderte Einheimische und Gäste der Stadt zusammen, um gemeinsam einen ökumenischen Wiesn-Gottesdienst zu feiern. Vor der öffentlichen Messe gab's eine Taufe im Festzelt für drei Kinder von Schaustellern und Wirten.
Wiesn-Gottesdienst im Marstall Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg-Stolberg eröffnet den Gottesdienst • Foto: Anette Göttlicher

Münchner Weihbischof eröffnet feierlich den Wiesn-Gottesdienst

Morgens um 10 auf der Wiesn: Ein gut gefülltes Zelt und ein Lied, das man in einem Wiesn-Festzelt eher selten zu hören bekommt: Mit "Lobe den Herren" von der Blaskapelle begann im Marstall das festliche Pontifikalamt mit dem Münchner Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg-Stolberg. Für den Wiesn-Gottesdienst, der traditionell immer am ersten Donnerstag stattfindet, war er extra einen Tag früher von der Bischofskonferenz gekommen. Der Weihbischof war begeistert, dass so viele Menschen den Weg ins Marstall-Festzelt gefunden hatten, um zu feiern - auf eine etwas andere Art, als man es auf dem Oktoberfest erwartet. "Es beeindruckt mich, dass auch in der Kirche St. Paul nebenan während der Wiesn viele zur Stille einkehren."

Beten für eine friedliche Wiesn

In seiner Predigt ermunterte der Weihbischof dazu, sich gerade in Zeiten der Unbeständigkeit umeinander zu kümmern. Ein Volksfest und ein Gottesdienst - wie passt denn das zusammen? "Das Oktoberfest zu feiern und die Sehnsucht nach Beständigkeit sind kein Widerspruch. Und so hoffe ich, dass wir auch in 200 Jahren noch gemeinsam eine friedliche, fröhliche Wiesn zelebrieren können." Anschließend lud er ein, der kürzlich Verstorbenen zu gedenken und dankte den Menschen, die auf der Wiesn hinter den Kulissen arbeiten und das Fest so schön machen.

Taufe auf der Wiesn Zwei der Täuflinge, u.a. die Tochter von Werner Hochreiter (rechts) • Foto: Anette Göttlicher

Heilige Taufe von drei „Wiesn-Kindern“

Vor dem Gottesdienst fand die Taufe von drei Schausteller- und Wirtekindern statt, standesgemäß im Festzelt: Die Großeltern von Leo Kratsch (10 Monate) und Karl Heino Kinzler (9 Monate) betreiben heuer mit „Kinzlers Pirateninsel“ eine neue Kinderachterbahn auf der Wiesn. Nach dem Gottesdienst wurde das Fahrgeschäft ebenfalls "getauft", man kann jetzt noch beruhigter mit kirchlichem Segen mitfahren. Auch Werner Hochreiter, Wirt des kleinen Zelts „Zur Bratwurst“, ließ seine Ella (1) taufen.

Katholische und evangelische Kirchenvertreter der Schaustellerseelsorge leiten die Messe im Marstall gemeinsam. Die liebgewonnene Tradition des Wiesn-Gottesdienstes gibt es schon seit Jahrzehnten. Bis 2013 wurde die Messe im Hippodrom gefeiert, 2014 in der Fischer-Vroni und seit 2015 im Marstall-Festzelt.