Oktoberfest - ein Fest der Landeshauptstadt München
Foto: Sebastian Lehner

Wiesn 2021 kann nicht stattfinden

Wieder kein Oktoberfest: So reagieren Wirte, Schausteller und weitere Beteiligte

Es ist offiziell: Zum zweiten Mal nacheinander müssen wir auf die Wiesn verzichten. Ministerpräsident Markus Söder und Oberbürgermeister Dieter Reiter verkündeten die Entscheidung, die wegen Corona vielleicht nicht ganz überraschend kommt, aber natürlich trotzdem bitter ist. Wie reagieren Wiesnwirte und Schausteller auf die Nachricht? Wir haben uns umgehört.
Peter Inselkammer • Foto: Anette Göttlicher

Wiesnwirte-Sprecher Peter Inselkammer über die Entscheidung

Gemeinsam mit Christian Schottenhamel vertritt Peter Inselkammer als Wirtesprecher die Gemeinschaft der Wiesnwirte. Für ihn war die Entscheidung „ein schwerer Schlag“, wie er gegenüber dpa sagte. „Wir hätten uns nie vorstellen können, dass es so kommen könnte.“ Vor allem die Stammgäste aus der Region hätten sich trotz aller Unklarheiten frühzeitig ihre Plätze gesichert. Zu 95 Prozent hätten sie bereits Tische bestellt wie 2019, als die Wiesn letztmals stattfinden konnte.

Schausteller hatten Hoffnung auf Volksfeste im Herbst

Peter Bausch, der Vorsitzende des Münchner Schaustellerverbandes, redet nicht lange drumherum: „Uns trifft das ins Mark“, sagt er gegenüber der dpa. „Uns fehlt wieder ein ganzes Jahr.“ Schließlich werde nicht nur das Oktoberfest abgesagt – „sondern wieder eine ganze Saison“. Dabei hätten Aussagen der Politik Hoffnung aufkeimen lassen: „Wenn es im Herbst Normalität geben soll, dann gehört zur Normalität auch ein Volksfest“, so Bausch.

Freut sich auf den Sommer in der Stadt: Otto Lindinger, Sprecher der Kleinen Wiesnzelte

Wir haben den Sprecher der der Wirte der 21 Kleinen Wiesnzelte, Otto Lindinger, gefragt: Wie würde er die Einschätzung des erneuten Wiesn-Aus in drei Worten beschreiben?

„Traurig, aber richtig!“ antwortet Lindinger. „Die erneute Oktoberfestabsage trifft uns Kleine Wiesnzelte leider ein weiteres Mal mitten in unser großes Wiesnherz.“ Bei allem Verständnis dafür, dass die Wiesn 2021 ausfallen muss, können seine Kollegen und er es kaum erwarten, wieder aktiv zu werden: „Wir hoffen, endlich wieder unseren Beruf in voller Leidenschaft ausüben zu dürfen um zusammen mit unseren Mitarbeitern wieder Gäste glücklich zu machen.“ Leider sei das auf dem Oktoberfest erst 2022 wieder möglich. Was fehlt besonders? „Der Kontakt zu all unseren Gästen und die liebgewonnen jährlichen Begegnungen mit unseren Stammgästen.“

Lindinger versucht jedoch, sich trotzdem auf den Sommer in München zu freuen: „Ein ganz kleiner Trost ist das mittlerweile deutlich erkennbare Licht am Ende dieses langen düsteren Tunnels – und dass wir hoffentlich, zumindest in unseren Ganzjahresbetrieben, beim Sommer in der Stadt, der Wirtshauswiesn und vielleicht auch bei dem einen oder anderen kleineren Fest schon bald wieder Gastgeber sein dürfen.“

• Foto: Sebastian Lehner

Claudia Trott freut sich schon jetzt auf die Vorfreude

„Pandemiebedingt erwartbar“ sei das Wiesn-Aus für 2021 gewesen, sagt Claudia Trott von der Ammer Hühner- und Entenbraterei, und zudem vollkommen nachvollziehbar. „Doch ist mein seelischer Schmerz nach der offiziellen Absage doch intensiver, als ich im Vorfeld gedacht habe.“

Sie vermisst das Wiesnfieber in der Stadt, das dort normalerweise ab dem Sommer herrscht, außerdem den Auf- und Abbau und alle Beteiligten, die das Oktoberfest erst möglich machen. Und was noch? „Die Gäste, die Musik, die Gerüche … – ich vermisse einfach den ganzen Oktoberfest-Rummel.“ Claudia Trott versucht dennoch, optimistisch und guten Mutes nach vorne zu schauen: „Und so bin ich echt froh, wenn meine Traurigkeit über die diesjährige Absage vergeht und die volle Vorfreude auf die Wiesn 2022 kommt.“

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