Bislang besuchten 3,8 Millionen Gäste das Oktoberfest
Bei überwiegend sonnigem und mildem Spätsommerwetter herrschte in der ersten Festwoche eine fröhliche und friedliche Stimmung auf der Theresienwiese. Die Gäste genossen die Festzelte, die Fahrgeschäfte und die ausgelassene Atmosphäre. Überschattet wurde das Oktoberfest von dem tödlichen Unfall am Hangover eines Mitarbeiters, der die Wiesn Familie mit großer Bestürzung und Trauer erfüllt.
Oktoberfest-Halbzeit 2026: Die wichtigsten Zahlen
- Gäste: 3,8 Millionen
- Bier: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Konsum leicht zurückgegangen
- Speisen: Die großen Zelte melden gleichbleibenden Konsum wie im Vorjahr.
- Fundbüro: Bis Sonntag 800 Fundsachen
- Krug-Klau: Rund 52.000 Maßkrüge bisher eingesammelt
- Energie: Bisher 1.147.865 kWh Strom verbraucht
- Sicherheit: Polizei, Aicher melden leicht gestiegene Einsatzzahlen
- Müll: 38 Tonnen entsorgt
Beste Stimmung und fast durchgehendes Pracht-Wetter
Nach Schätzung der Festleitung kommen bis einschließlich Sonntag 3,8 Millionen Gäste (2025: 3,5 Millionen) auf die Theresienwiese. Die Besucherzahlen für die Oide Wiesn werden erst zur Schluss-Pressekonferenz vorliegen. Insgesamt war der Besucherstrom am ersten Wochenende etwas weniger intensiv als im Vorjahr, dafür kamen deutlich mehr Gäste unter der Woche (Montag bis einschließlich Donnerstag +18,5 Prozent). Dies zeigt, dass unsere Besucherlenkungs-Kampagne „How to Wiesn“, unter anderem mit dem Appell, die Wiesn unter der Woche zu besuchen, Erfolg gezeigt hat. Der Bierabsatz liegt zur Halbzeit etwas unter dem Vorjahresniveau
Essen und Trinken
Die Sprecher der kleinen Wiesnzelte und großen Wiesnwirte berichten von einer sehr schönen Feierstimmung. Durch das schöne Wetter waren die Biergärten sehr gut besetzt, was wiederum dem Druck von den Zelten nahm. So mussten die Festzelte in der ersten Woche nur punktuell geschlossen werden. Von Montag bis Donnerstag gab es immer wieder freie Plätze in den Festzelten. So hatten die Gäste die Gelegenheit, von Zelt zu Zelt zu ziehen und zwischendurch auch eine Runde im Schaustellerbereich zu drehen.
Bei ihrem Besuch im Zelt wussten die Gäste Qualität zu schätzen und gönnten sich mit Genuss das Erlebnis, auf der Wiesn zu essen und zu trinken. Die Nachfrage zu Angeboten an vegetarischen und veganen Gerichten verzeichnete ein leichtes Plus. Der vegetarische Dauerbrenner sind die Kässpatzen. Klassiker bleiben Bratwürste und das halbe Hendl.
Der Verein der Münchner Brauereien meldet, dass der Konsum von Festbier leicht rückläufig (-1,4 Prozent) ist. Dagegen gab es beim Verbrauch von alkoholfreiem Bier eine Steigerung von 4,5 Prozent. Neu in diesem Jahr ist der Trend zum sauren Radler. Die teils sommerlichen Temperaturen verstärkten die Lust auf Weißbier (+15 Prozent).
Schaustellerei und Souvenirs
Die Stimmung der Festgäste entsprach der überwiegend heiteren Witterung. Das buntgemischte Publikum, überwiegend in sein schönstes Trachtenoutfit gekleidet, flanierte glückselig über das Festgelände, naschte unter anderem gebrannte Mandeln und testete die verschiedenen Fahrgeschäfte. Gerade die ausländischen Besucher*innen fotografierten entzückt, alles, was ihnen vor das Handy kam. Auf der Oidn Wiesn kamen die ersten Gäste schon sehr früh. Besonders unter der Woche wuselte es vor Kindern mit ihren Familien, ihrem Kindergarten oder ihrer Schulklasse. Der Familientag wurde wieder sehr gut angenommen.
A Herzerl fürs Herzerl - Besonders ausländische Gäste kauften sehr gerne große und kleine Lebkuchenherzen. Damit sie das passende auswählen konnten, waren die Übersetzungskünste der Verkäufer*innen gefragt, zum Beispiel bei „Spatzl“ - „Sweetheart“ oder „Fescher Bua“ – „Bel ragazzo“. Pins wurden stark nachgefragt und gerne gleich angesteckt, ganz besonders, wenn man mit ihnen seinen Beziehungsstatus nachweisen kann: Das Edelweiß steht für „vergeben“, die Breze für „Single“. Spaß-Hüte wurden nicht mehr so häufig gekauft wie in den Vorjahren, möglicherweise, weil sie das sorgfältig gewählte Trachtenoutfit ruinieren.
Nach wie vor gehören gebrannte Mandeln, Schokofrüchte und Lebkuchenherzen zu den Rennern beim Straßenverkauf. Bei Imbissen sind die Gäste bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, wenn die Qualität überzeugt.
Musikalischer Newcomer in den Festzelten
Für den Wiesn-Hit zeichnet sich in der ersten Woche eine kleine Prognose ab. Das Lied „Gute Laune“ vom Musik-Duo „GroßstadtEngel“ scheint der Newcomer auf dem Oktoberfest.
Aus dem Behördenhof
Alle Sicherheitsbehörden loben die Besonnenheit der Gäste und sind sich einig, dass sich das optimierte Sicherheitskonzept bewährt hat. Die Kontrollen an den Eingängen werden problemlos akzeptiert. Der Einlass zur Oidn Wiesn wurde im Verlauf der ersten Festwoche optimiert.
- Crowd Spotter
Die Kameras auf dem Gelände funktionieren stabil, ebenso wie KI-Technik. Personenansammlungen gab es nur den Eingängen der Oidn Wiesn. Sie wurden durch entsprechende Durchsagen entzerrt. - Sicherheitsdienst
Die vom VESD betreuten Zelt- und Schaustellerbetriebe ziehen in diesem Jahr eine positive erste Zwischenbilanz. Besonders hervorzuheben ist die durchweg freundliche Haltung des einheimischen wie internationalen Publikums gegenüber des eingesetzten Sicherheitspersonals. Die Mitgliedsunternehmen berichten von einer sehr guten und konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und den Sicherheitsbehörden. - Polizei
Die Polizei ist mit dem bisherigen Verlauf des Oktoberfests sehr zufrieden. Schwerpunkt der 380 gemeldeten Delikte waren Verstöße gegen das Betäubungsmittel-Gesetz (Eigener Bericht). - Sanitätsstation
Die Aicher Ambulanz meldet leicht erhöhte Patientenzahlen, bei gleichzeitig besserer Verteilung ohne Einsatzspitzenzeiten. Lobend wird die reibungslose Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und den Behörden erwähnt, die sich besonders bei den Einsätzen an den Fahrgeschäften „Hangover“ und „Predator“ bewährt hat. (Eigener Bericht) - Feuerwehr
Die Feuerwehr spricht von einer sehr ruhigen Wiesn mit weniger Einsätzen als in den Vorjahren. (Eigener Bericht) - Jugendschutz
Der Jugendschutz berichtet von einer ruhigen Woche. Beim Jugendschutz wurden deutlich weniger Kinderwagenverstöße (40) registriert (im Vorjahr 90) und acht Kinder (im Vorjahr 25) unter sechs nach der erlaubten Zeit in Wirtsgärten und Zelten angetroffen. Einige betrunkene Jugendliche wurden auf dem Festgelände angesprochen, ob Hilfebedarf besteht. Es waren aber alle in Begleitung und versorgt. - Krug-Klau
Rund 52.000 Maßkrüge wurden vom Ordnerpersonal bisher eingesammelt (2025: 59.000). Die Zahl der Diebstahl-Versuche bleibt mit 105.000 unter dem Vorjahresniveau (112.000).
Fundsachen
Das Fundbüro meldet 40 Prozent weniger Fundsachen als im Vorjahr und zählte bis Freitag 800 Fundsachen (2025: 1.750), darunter 300 Kleidungsstücke (-20 Prozent), 335 Ausweise (+70 Prozent), 160 Bankkarten (-25 Prozent), 210 Geldbeutel (-15 Prozent), 105 Schlüssel (+61 Prozent), 75 Taschen, Rucksäcke, Beutel (+30 Prozent), 135 Handys/ Smartphones (+20 Prozent), 80 Brillen (-27 Prozent), 45 Schmuckstücke (+50 Prozent), 20 Hüte (-55 Prozent) und 1 Schirm (-95 Prozent). Bisher konnten 260 Fundsachen an die Besitzer* ausgehändigt werden (2025: 330). Das kurioseste Fundstück bislang ist ein großer Bildband über Tibet.
Der Umzug ins Verkehrsmuseum vom Behördenhof verlief reibungslos. Es bildeten sich keine Schlangen vor dem Eingang.
Tadellose Hygiene bei Getränken und Lebensmitteln
Das Gesundheitsreferat meldet eine erfreuliche und störungsfreie erste Festwoche. Trinkwasserhygiene, Krugspülhygiene und Sauberkeit in den öffentlichen Bereichen sind nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Die Anzahl der optischen Kontrollen belief sich auf insgesamt rund 213 Einzelüberprüfungen. Die Beanstandungsquote lag mit rund zwölf Prozent erneut erfreulich niedrig auf dem Niveau der Vorjahre. Die Beanstandungsquote bei bereits gereinigten Trinkgefäßen lag bei 110 getätigten Proben bei null Prozent. Die bislang vorliegenden Befunde aus den Routineuntersuchungen des über die Trinkwasserbrunnen bereit gestellten Trinkwassers sind durchweg als hygienisch unbedenklich zu werten.
Hoher Standard bei Lebensmitteln
Die Lebensmittelüberwachung zieht eine positive Zwischenbilanz für das diesjährige Oktoberfest. Die Abnahmen der Küchen in allen Festzelten einschließlich der Oidn Wiesn erfolgten bereits zwei Tage vor Festbeginn und verliefen weitgehend problemlos. Das Team der Lebensmittelüberwachung kontrolliert in diesem Jahr insgesamt 396 Betriebe auf dem Festgelände. Um eine einwandfreie Betriebs-, Produkt- und Personalhygiene sowie die korrekte Kennzeichnung zu garantieren, finden täglich unangekündigte Kontrollen in den Festzelten statt. Ergänzt werden diese durch morgendliche Frühkontrollen, bei denen die ordnungsgemäße Warenanlieferung, die Sauberkeit der Fahrzeuge und die lückenlose Einhaltung der Kühlkette überprüft werden.
Die Lebensmittelbetriebe auf dem Oktoberfest weisen durchgehend einen hohen Hygienestandard auf. Vereinzelt festgestellte, geringfügige Mängel bei der Betriebs- und Produkthygiene oder den Eigenkontrollen wurden von den Betreiber*innen jeweils unverzüglich behoben.
Energie- und Wasserverbrauch
Wie 2025 wurde das Oktoberfest zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden. Die Anzahl der Kunden, die zusätzlich M-Ökostrom aktiv beziehen, hat sich auf dem hohen Niveau von etwa 65 Prozent gehalten. Zu den größten Abnehmern bei den Bierzelten, die M-Ökostrom aktiv beziehen, zählen Marstall Festzelt, Ochsenbraterei, Bräurosl, Kufflers Weinzelt, Hackerfestzelt, Festhalle Schottenhamel, Löwenbräu Festzelt, Fischer Vroni, Käfer-Wiesn-Schänke, Paulaner Festzelt und das Volkssängerzelt Schützenliesl. Von der Vielzahl der Schausteller*innen sind hier stellvertretend nur einige zu nennen: Riesenrad, Parcour, Alpinabahn, Flip Fly, Jule Verne Tower, Predator, Top Spin, Fünfer Looping, Skyfall, Hangover und viele andere.
Bis einschließlich 25. September (sieben Tage) wurden auf der diesjährigen Wiesn 1.147.865 kWh verbraucht. Dies entspricht einen Rückgang von 3,71 Prozent im vergleichbaren Zeitraum von 2025. Das ist auf die deutlichen höheren Temperaturen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Der durchschnittliche Tagesverbrauch lag bei 163.981 kWh.
Der höchste viertelstündliche Leistungsbedarf mit 11.471kW wurde am 24. September um 19:15 Uhr gemessen. Es wurden 817 (2025: 798, 2024: 792, 2023: 769, 2022: 773, 2019: 808,) Zähler für Geschäfte und Wohnwägen in Betrieb genommen.
Heuer werden 44 Gasanlagen aus dem Versorgungsnetz der Theresienwiese mit Erdgas versorgt. Dabei handelt es sich auch wieder um die Gartenheizungen und nahezu alle großen Küchen und Grillanlagen.
Der aktuelle Verbrauch an Erdgas nach sieben Tagen beträgt ca. 57.500 m³ Kochgas und 8 400m³ Heizgas. Der Erdgasverbrauch ist zum Vergleich von 2025 um ca.14 Prozent gesunken. Das liegt daran, dass einige Betriebe schrittweise auf Strom umstellen und das Wetter in den letzten vier Tagen durchschnittlich zu 2025 wärmer war. Die Käfer-Wiesn-Schänke ist heuer zur Halbzeit der größte Abnehmer vom Erdgas mit ca. 5.200m³.
Während der Aufbauphase vom Oktoberfest von Anfang Juli bis Anfang Wiesn sind ca. 18.000m³ Trinkwasser verbraucht worden. Der Wasserverbrauch in den ersten sieben Tagen der Wiesn lag bei ca. 34 700 Kubikmeter. Der Verbrauch ist fast identisch wie im Vorjahr. Insgesamt wurden 530 Anschlüsse (2025: 525/ 2024: 535) für Wirte, Schausteller, Buden und öffentliche Toiletten erstellt.
Dieses Jahr sind zehn Trinkbrunnen an den WC-Anlagen in Betrieb. Seit der Wiesn 2025 sind alle Trinkwasserbrunnen mit einer automatischen Spüleinrichtung ausgestattet. Der Verbrauch der Trinkbrunnen liegt nach sieben Tagen insgesamt bei 82,3 Kubikmeter und somit eine Steigerung um 24 Prozent zu 2025. Der Trinkwasserbrunnen hinterm Augustiner Festzelt hat den meisten Verbrauch mit 14,8 m³.
MVG und Deutsche Bahn
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Deutsche Bahn melden eine entspannte erste Woche ohne Kapazitätsengpässe. Viele Gäste reisten mit der S-Bahn an und kamen über den „Wiesn-Bahnhof“ Hackerbrücke oder den Hauptbahnhof auf das Festgelände. Bei der MVG ist die U-Bahnhaltestelle Theresienwiese war nach wie vor der mit Abstand am stärksten frequentierte An- und Abreisepunkt der Gäste zum Oktoberfest.
Der Betrieb verlief angesichts des wie zum Oktoberfest üblich erweiterten Verkehrsangebots sowie des umfangreichen Personaleinsatzes ruhig und nahezu reibungslos. Besondere Vorkommnisse oder Unfälle waren bislang nicht zu verzeichnen.
Die Zugangssituation am U-Bahnhof Theresienwiese stellt sich weiterhin sehr zufriedenstellend dar. Rund 30 Prozent der Fahrgäste nutzten den Zu- beziehugnsweise Abgang im Bereich der St.-Pauls-Kirche, während etwa 70 Prozent den Hauptzugang in Anspruch nahmen. Bis einschließlich Freitag, 25.9., waren an den Zugängen zum U-Bahnhof Theresienwiese und Goetheplatz keine Sperrmaßnahmen erforderlich. Der U-Bahnhof Goetheplatz wies bislang ein mit den Vorjahren vergleichbares Fahrgastaufkommen auf. Der U-Bahnhof Schwanthalerhöhe wurde auch in diesem Jahr, wie bereits in den Vorjahren, verstärkt von den Fahrgästen genutzt.
Straßenreinigung
Die tägliche Reinigung des Festplatzes verlief für die Straßenreinigung bisher problemlos. Auch tagsüber konnten auf dem Festgelände ein Elektrofahrzeug und eine Kleinkehrmaschine eingesetzt werden, soweit die Besucherströme dies zuließen.
Die Mitarbeiter*innen wurden auch verstärkt an den Eingangsbereichen/ Umfeld (St-Pauls-Platz) eingesetzt werden. Hier fielen über den gesamten Veranstaltungstag erhebliche Müllmengen an.
Zusätzlich werden nach Auftrag der Festleitung ein bis zweimal am Tag die Flächen vor der Bavaria - Statue sowie Straße 6 gereinigt Im Rahmen der gesamten Flächenreinigung der Feststraßen fielen in der ersten Festwoche bis einschließlich Freitag insgesamt circa 38 Tonnen Kehricht und Müllablagerungen an.
Im Anschluss an das Festgelände wurde täglich das Straßenumfeld (bis Hauptbahnhof) gereinigt. Hier kamen etwa 24 Tonnen Müll zusammen.