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15 Minuten Herzdruckmassage bis der Notarzt eintraf

"Aufhören kam für mich nicht infrage."

Der Wiesn-Courage-Preis 2026 geht an Daria Aigner. Die 25-jährige Bedienung aus der Augustiner-Festhalle hat als Erste erkannt, dass ein Gast in Lebensgefahr war. Sie hat dem Bewusstlosen 15 Minuten lang Herzdruckmassage gegeben, bis der Notarzt eintraf. Eine sechsköpfige Jury wählte Aigners Einsatz aus den eingereichten Wiesn-Courage-Geschichten aus. Oberbürgermeister Dominik Krause, Schirmherr des Präventionsprojekts WiesnGentleman*, überreichte den Preis am Freitag (2. Oktober) in der Käfer Wiesn-Schänke.

Frederik Kronthaler (Geschäftsführender Vorstand Condrobs), Oberbürgermeister Dominik Krause, Wiesn-Courage-Preisträgerin Daria Aigner, Katrin Bahr (Geschäftsführende Vorständin Condrobs), Jamie Braun (Distorted People), Dr. Christian Scharpf (Referent für Arbeit und Wirtschaft)
Bildrechte: Condrobs
Frederik Kronthaler (Geschäftsführender Vorstand Condrobs), Oberbürgermeister Dominik Krause, Wiesn-Courage-Preisträgerin Daria Aigner, Katrin Bahr (Geschäftsführende Vorständin Condrobs), Jamie Braun (Distorted People) und Dr. Christian Scharpf (Referent für Arbeit und Wirtschaft) bei der Feierstunde in der Käfer-Wiesn-Schänke.

Sie hat nicht aufgehört den Mann zu reanimieren

Daria Aigner
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Festzeltbedienung Daria Aigner rettet einen Mann in höchster Lebensgefahr das Leben.

Am Dienstagnachmittag , kurz vor 14 Uhr, bemerkte die gelernte medizinische Fachangestellte bemerkte, dass sein 78-Jähriger Mann in seinem Rollstuhl bewusst los geworden war. Ein Puls war nicht mehr zu spüren. Sie hob den Mann gemeinsam mit ihrer Kollegin Silja Engel aus dem Rollstuhl und begann mit der Herzdruckmassage.

Um sie herum packten alle mit an. Ihre Kollegin Helena Morawietz setzte den Notruf ab. Darias Zwillingsschwester Frieda blieb bei der Ehefrau und kümmerte sich um diese. Schankkellner und Bedienungen hielten Tücher hoch und schirmten die Szene vor den Gästen ab. Daria machte weiter, 15 Minuten lang, bis der Notarzt eintraf und übernahm. „Das klingt nicht lang. Aber wenn man da kniet und drückt, fühlt es sich endlos an. Man wartet nur darauf, dass endlich der Notarzt kommt, und macht weiter. Aufhören kam für mich nicht infrage“, erinnert sich Daria Aigner.

Den Preis sieht sie als Auszeichnung für das gesamte Team: „Ich habe getan, was ich in meiner Ausbildung als Medizinische Fachangestellte gelernt habe. Allein hätte ich das nicht geschafft. Silja, Helena, meine Schwester Frieda und die Kolleg*innen von der Schänke haben alle mitgeholfen. Den Preis nehme ich deshalb für uns alle an.“

Ihr Einsatz soll auch andere ermutigen: „Man denkt immer, so etwas passiert anderen. Ich hoffe, dass sich mehr Leute einen Erste-Hilfe-Kurs zutrauen. Eine Herzdruckmassage kann jede*r lernen.“

Oberbürgermeister Krause: „Genau so soll die Wiesn sein“

Bildrechte: Theresa Baumann, RAW
Hinschauen und handeln, dafür ist der Wiesn-Courage-Preis die Ehrung.

„Daria Aigner hat sofort gehandelt, als es auf jede Sekunde ankam, und sie hat nicht aufgegeben. Dafür braucht es vor allem aber Courage. Ich danke ihr und allen, die an diesem Nachmittag mitgeholfen haben.“

Für Krause zeigt die Geschichte auch, was möglich ist, wenn Menschen zusammenhelfen: „Daria Aigner hat die Herzdruckmassage gemacht, ihre Kolleg*innen haben den Notruf abgesetzt, sich um die Ehefrau gekümmert und die Szene abgeschirmt, bis der Notarzt übernommen hat. Alle haben mit angepackt, ohne lange zu fragen. Genau so soll die Wiesn sein: dass wir aufeinander achten, hinschauen statt wegsehen und einander helfen.“

Frederik Kronthaler, Geschäftsführender Vorstand von Condrobs, betont: „Darias Geschichte zeigt sehr konkret, was wir mit Wiesn-Courage meinen: hinschauen und handeln, wenn jemand Hilfe braucht. Wie ein Einsatz ausgeht, liegt oft nicht in der Hand der Helfenden. Dass sie helfen, schon. Mit dem Wiesn-Courage-Preis danken wir ausdrücklich auch allen anderen, die auf der Wiesn helfen, oft ohne, dass es jemand mitbekommt.“

Wiesn-Courage-Preis seit 2017

Condrobs vergibt den Wiesn-Courage-Preis seit 2017 stellvertretend für Menschen, die auf dem Oktoberfest hinschauen und anderen helfen. Über die diesjährige Auszeichnung entschied eine sechsköpfige Jury mit Stefan Murr (Schauspieler und Autor), Johanna Bittenbinder (Schauspielerin), Max von Thun (Schauspieler) sowie den Wiesnwirt*innen Silja Steinberg (Hofbräu Festzelt), Otto Lindinger (Bodos – Oktoberfest München und Sprecher der kleinen Wiesnwirte) und Clarissa Käfer (Käfer Wiesn-Schänke).

Der Wiesn-Courage-Preis ist Teil des Condrobs-Präventionsprojekts WiesnGentleman*. Das Projekt wirbt seit 13 Jahren unter dem Motto „Respekt ist meine Stärke!“ für Respekt, Zivilcourage und gegenseitige Verantwortung auf dem Oktoberfest. Schirmherr ist Oberbürgermeister Dominik Krause.