Mehr als 8.600 Mitwirkende zogen bei Prachtwetter durch die Innenstadt zur Wiesn
Der Trachten- und Schützenzug ist weit mehr als ein farbenprächtiges Spektakel: Er steht für bayerische Kultur, gelebtes Brauchtum und eine lebendige Tradition, die jedes Jahr aufs Neue Menschen begeistert. Rund 8.600 Mitwirkende in 50 Zugnummern ziehen vom Max-II-Denkmal durch die Münchner Innenstadt bis zur Theresienwiese.
Prächtige Trachten, historische Kutschen, Musikkapellen und traditionelle Volkstänze machen die kulturelle Vielfalt Bayerns und seiner Regionen erlebbar. Entlang der Strecke säumen zahlreiche Zuschauer den Weg und lassen sich von der besonderen Verbindung aus Brauchtum, Musik und Münchner Lebensfreude mitreißen.
Der Trachten- und Schützenzug: Tradition, Musik und Münchner Lebensfreude
An der Spitze des Trachten- und Schützenzugs eröffnet die berittene Polizei München den Festzug. Die 1898 von Prinzregent Luitpold von Bayern gegründete Reiterstaffel führt den Zug mit sechs Pferden an und bildet mit vier weiteren Pferden zugleich dessen Abschluss.
Das Münchner Kindl, Wahrzeichen und Wappenfigur der Landeshauptstadt, wird in diesem Jahr von Sina Hochreiter verkörpert. Auf einem Pferd der Spatenbrauerei reitet sie an der Spitze des Festzugs, gefolgt von den Münchner Moriskentänzer der Technischen Universität München, dem Marionettentheater und einen Wagen von Circus Crone. Erstmals dabei waren in diesem Jahr die Gruppe „Kölsche Funke rut-wieß von 1823“ aus Köln. Das älteste Traditionskorps des Kölner Karnevals wurde 1823 gegründet. Als Persiflage auf die früheren Kölner Stadtsoldaten hat es ihre Uniformen in den Stadtfarben Rot-Weiß übernommen und verbreitet seit über 200 Jahren Humor, Brauchtum und Kölsche Lebensart.
Neben zahlreichen Spielmanns, Blasmusik- und Brauchtumsgruppen aus Bayern waren auch die sechs Prachtgespanne der Münchner Oktoberfestbrauereien. Auch Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und seine Frau Karin Baumüller-Söder nahmen traditionsgemäß in einer eigenen Kutsche am Festzug teil.
Zahlreiche Musikkapellen, Reiter, prachtvolle Pferdegespanne und Schützen bereicherten den Umzug. Gemeinsam vermitteln sie ein eindrucksvolles Bild bayerischer Tradition, musikalischer Vielfalt und gelebter Gemeinschaft, den mehrere tausenden Schaulustige entlang des Festzugs durch die Münchner Innenstadt beiwohnten.
Sonniger und entspannter Start
Aus Sicht der Festleitung war es bis Sonntagnachmittag das perfekte erste Wochenende. Das Festgelände war gut besucht, aber zu keiner Zeit überfüllt. Die Polizei meldete am ersten Einsatztag deutlich weniger Straftaten, der Sanitätsdienst weniger Patienten als am ersten Tag des Vorjahres.
Über die Geschichte des Trachten- und Schützenzug
Die Wurzeln des Trachten- und Schützenzugs reichen bis ins Jahr 1835 zurück. Anlässlich der Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern sowie des 25-jährigen Bestehens des Oktoberfests fand damals erstmals ein prächtiger Festzug statt. Mit 86 Wagen aus dem Isarkreis, dem heutigen Oberbayern, bildete er den Höhepunkt der Feierlichkeiten. In sogenannten „lebenden Bildern“ wurden Alltagsszenen aus dem Königreich dargestellt. Mehr als 1.000 Darsteller wirkten an diesem ersten Trachten- und Schützenzug mit.
In den folgenden Jahrzehnten wurden zu weiteren besonderen Anlässen Festzüge veranstaltet, darunter in den Jahren 1842, 1895, 1910 und 1935. Seit 1948 findet der Trachten- und Schützenzug jährlich statt und ist seither ein fester Bestandteil des Oktoberfests.
Die Organisation des traditionsreichen Festzugs liegt seit 1956 in den Händen des Festring München e. V., der sich seither für die Pflege und Bewahrung dieses besonderen Stücks bayerischer Kultur einsetzt.