Dynamisch, modern und emotional
Der Grafikdesigner Florian Huber aus Kranzberg hat den Motivwettbewerb Oktoberfest 2026 für sich entschieden. Den zweiten Platz belegte der Entwurf des Münchners Karl-Roland Hefter, Rang drei ging an Philipp Dauer, ebenfalls aus München. Die Jury stand unter dem Vorsitz von Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München: „Die Entscheidung für die drei Motivwettbewerbsgewinner fiel nach lebhaften Diskussionen, ein Beleg für die Qualität der zur Wahl stehenden Entwürfe. Letztlich überzeugten uns die drei Siegermotive am stärksten, allen voran Florian Hubers Entwurf, der an den Stil Lyonel Feinigers Stil erinnert. Er verbindet gekonnt Tradition und Moderne, lenkt mit seiner leuchtenden Farbigkeit den Blick auf sich und weckt echte Emotionen beim Betrachten des Kunstplakats.“
Das Siegermotiv von Florian Huber
„Dynamisch, modern, emotional“ – mit diesen Adjektiven beschreibt die Jury Florian Hubers Siegermotiv. Der 1968 geborene Grafiker und Illustrator lebt und arbeitet als Selbstständiger in der Gemeinde Kranzberg nördlich von München. Huber bezeichnet sich selbst als humorvoll und gesellig sowie als leidenschaftlichen Wiesn-Besucher – Eigenschaften, die sich deutlich in seinem Entwurf widerspiegeln.
Das Motiv fängt das Oktoberfest in seiner Essenz ein: Lebensfreude, Bewegung, Brauchtum, Geselligkeit und pure Feststimmung. Der untere Bildbereich erinnert an eine Tischfläche und schafft einen einladenden, gemeinschaftlichen Raum. Gleichzeitig setzen die Türme der Frauenkirche links oben einen starken Bezug zur historischen Identität Münchens.
Ikonische Elemente wie Tuba, Breze, Riesenrad, Lebkuchenherz und Maßkrug verschmelzen zu einer farbintensiven, beinahe magischen Komposition, die unbändige Lust auf die Wiesn weckt. Die fröhliche, offene Farbwelt unterstreicht die Strahlkraft des Festes – kein Wunder also, dass Huber im Publikumsvoting den zweiten Platz erreichte. Darüber hinaus eignet sich das grafisch hervorragend umgesetzte Motiv in besonderem Maße für den Einsatz auf Lizenzartikeln.
2. Preis: Karl-Roland Hefter
Karl-Roland Hefter, geboren 1967 in München, ist Liedermacher und Sänger sowie Mitglied des Münchner Stadtrats. Nach seiner Ausbildung zum Schildermaler studierte er Grafikdesign. Die Wiesn ist für ihn ein „Stück dahoam“ – ein Ort, zu dem er eine enge persönliche Verbindung pflegt.
In enger Anknüpfung an seine beruflichen Wurzeln war es daher nur eine Frage der Zeit, bis sich Hefter mit einem eigenen Entwurf am Motivwettbewerb beteiligte. Sein Plakat überzeugt durch seine starke Symbolkraft: Zwei Brauereirosse drängen dynamisch aus dem Bildrahmen heraus, umgeben von Hopfendolden und weiteren traditionellen Elementen rund um das Oktoberfest.
Die Jury würdigte insbesondere die frische, neue Perspektive des Motivs und hob hervor, dass erstmals in einem Plakat die vielgeliebten und häufig fotografierten festlich geschmückten Pferde im Mittelpunkt stehen.
3. Preis: Philipp Dauer
Ein rothaariges Münchner Kindl – eine echte Premiere im Motivwettbewerb: Darin waren sich die Mitglieder der Jury einig. Auch darüber hinaus überzeugte der Entwurf von Philipp Dauer, geboren 2002 in Regensburg.
Nach seinem Abschluss an der Designschule München studiert der Kommunikationsdesigner derzeit an der Teesside University am Standort Prague City. Sein humorvoller Comic-Stil mit eigenwilliger Farbgestaltung hebt sich durch einen hohen künstlerischen Anspruch deutlich ab und fängt die fröhliche, einzigartige Stimmung des Oktoberfests auf überzeugende Weise ein.
Besonders gelungen ist Dauer die lebendige Darstellung der zahlreichen Protagonistinnen und Protagonisten, die sich augenscheinlich im legendären „Run“ auf die Wiesn befinden – dynamisch, energiegeladen und voller Vorfreude.
Über den Motivwettbewerb
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) der Landeshauptstadt München hat den Motivwettbewerb, der seit 1952 veranstaltet wird, in Kooperation mit dem offiziellen Stadtportal muenchen.de online ausgelobt. Die Jury für den Wettbewerb setzte sich in diesem Jahr zusammen aus sieben Fachpreisrichter*innen aus Werbung und Design, dem Referenten für Arbeit und Wirtschaft sowie sechs Sachpreisrichter*innen aus dem Stadtrat.
Jeder, der einen Plakatentwurf zum Oktoberfest gemäß den technischen und inhaltlichen Vorgaben hochgeladen hatte, konnte teilnehmen. Darunter waren professionelle Designer*innen ebenso wie engagierte Autodidakt*innen.
Preisgelder und Nutzung des Siegerentwurfs
Die Preisträger erhalten für den 1. Platz 2.500 Euro sowie 5.000 Euro Lizenzhonorar. Für den 2. Platz gibt es 1.250 Euro und für den 3. Platz 500 Euro.
Das preisgekrönte Motiv wird im Internet, auf Lizenzartikeln und auf dem Plakat Oktoberfest 2026 zu sehen sein. Zusätzlich wird es auf dem offiziellen Oktoberfest™ Sammlerkrug abgebildet sein.
So lief die Online-Abstimmung
In diesem Jahr wurden 129 Entwürfe hochgeladen, von denen es 89 in das Publikumsvoting schafften. In der Online-Abstimmung wurden 37.970 Stimmen abgegeben. Die Top 30 Motive wurden dann der Jury vorgelegt ohne Informationen zu den Künstler*innen und dem Ergebnis des Votings. Der Motivwettbewerb wurde prominent auf allen Kanälen von muenchen.de und auf Oktoberfest.de angekündigt und die Inhalte dazu geteilt.