Oktoberfest - ein Fest der Landeshauptstadt München
Foto: München Tourismus, Jan Saurer

Oide Wiesn: Das historische Oktoberfest

Neuheiten, Festzelte und Schausteller auf der Oidn Wiesn 2022

Die nostalgische "Oide Wiesn" mit Festzelten, historischen Fahrgeschäften und Buden ist 2022 wieder auf dem Oktoberfest vertreten. Neu dabei ist das Volkssängerzelt Schützenlisl®. Was sonst noch vom 17. September bis 3. Oktober auf dem Festgelände im Südteil der Theresienwiese angeboten wird.
Calypso Calypso • Foto: Sebastian Lehner

Das macht die Oide Wiesn so besonders: Nostalgische Fahrgeschäfte für 1 Euro

Auf dem Südteil der Theresienwiese befindet sich ein ganz besonderes Stück Oktoberfest: die Oide Wiesn. Wer in einem der historischen Fahrgeschäfte Platz nimmt und anschließend im gemütlichen Bierzelt echtes bayrisches Brauchtum erlebt, bekommt eine Ahnung davon, wie das Oktoberfest früher einmal war.

Drei große Festzelte (Festzelt Tradition, Herzkasperlzelt und Schützenlisl®) mit Brauchtumsprogramm und das Museumszelt stehen auf dem Festgelände. Fans historischer Fahrgeschäfte finden auf der Oidn Wiesn zudem echte Schaustellernostalgie. Hier dreht sich der „Kettenflieger Kalb“ von 1919, die „Dicke Berta“ stellt Muskelkraft auf die Probe und die „Fahrt ins Paradies“ über Berg und Tal oder der 50er Jahre-Hit „Calypso“ wecken Volksfest-Erinnerungen. Klassiker wie Schiffschaukel und Kinderkarussell runden neben historischen Wurf- und Schießbuden das Angebot ab - und das bei familienfreundlichen Preisen. Alle Fahrgeschäfte können für nur einen Euro gefahren werden. Für den Zutritt auf das geschlossene Gelände ist pro Person (ab 15 Jahre) ein Eintrittspreis von 4 Euro zu zahlen. Ab 21 Uhr ist der Eintritt frei.

Stimmung auf der Oidn Wiesn Stimmung auf der Oidn Wiesn • Foto: Sebastian Lehner

Premiere für die Schützenlisl®, Volksfestwelt im Museumszelt und was noch neu ist

Mit der Schützenlisl® der Wirtsfamilie Stiftl feiert ein neues Volkssängerzelt Premiere auf der Oidn Wiesn. Das Musikprogramm hat die Moderatorin und Expertin für Wirtshausmusik Traudi Siferlinger zusammengestellt. Das erste Fass wird die Kabarettistin Monika Gruber anstechen. Im Museumszelt geht es in der Sonderausstellung diesmal um Geisterbahnen. Dort ist auch erstmals die Volksfestwelt zu sehen, eine Kirmes mit Modellen im Miniformat 1:12. Kinder und Jugendliche können im Velodrom jetzt auf für sie passenden Hochrädern fahren. Auf der neuen Historischen Kegelbahn können Gäste alle Neune abräumen und alle Musiker*innen unter den Gästen auf der Kleinkunstbühne mit frei verfügbaren Instrumenten spielen.

Eintrittspreise & Öffnungszeiten: Die „Oide Wiesn“ auf einen Blick

  • Areal: 3,5 Hektar auf dem Südteil der Theresienwiese
  • Eintritt: 4 Euro pro Person (ab 21 Uhr Eintritt frei!)
    Freier Eintritt für Kinder bis 14 Jahre und für Schwerbehinderte ab 50 Prozent mit gültigem Schwerbehindertenausweises sowie bei Vorlage eines Schwerbehindertenausweis mit Sichtvermerk B auch Begleitperson frei.
  • Fahrgeschäfte: 1 Euro, die Eintrittskarte beinhaltet freien Eintritt zum Kulturprogramm der Festzelte
  • Betriebszeiten:
    Festgelände: 10 – 23 Uhr
    Schausteller: 10 – 22.30 Uhr (am Eröffnungstag 12 – 22.30 Uhr)
    Festzelte: 10 – 22.30 Uhr (Ausschank: 10 – 21.30 Uhr, Musikzeiten: 10 – 21.30 Uhr)
  • Bierpreis: 12,60 – 13,40 Euro (2019: 10,80 – 11,40 Euro)
  • Geschichte: Für die Jubiläumsfeier „200 Jahre Oktoberfest“ im Jahr 2010 wurde den Festbesuchern mit der einmaligen Oidn Wiesn ein historischer Einblick gegeben. Die Oide Wiesn erfuhr aber einen solch großen Zuspruch, dass man sich entschied, sie ab 2011 in leicht veränderter Form als festen Teil des Oktoberfestes zu etablieren. Die Oide Wiesn teilt sich ihren Standort mit dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest und findet daher alle vier Jahre nicht statt.

Neu auf der Oidn Wiesn: Das Volkssängerzelt Schützenlisl® der Wirtsfamilie Stiftl

Neu auf der Oidn Wiesn ist das Volkssängerzelt Schützenlisl ® der Wirtsfamilie Stiftl. In ihrem Zelt nimmt die Tradition der legendären Volkssängergrößen wie Weiß Ferdl, Bally Prell, Hans Blädel großen Raum ein. Traudi Siferlinger, BR-Moderatorin und Wirtshausmusik-Expertin, hat das qualitativ sehr hochwertige Musikprogramm zusammengestellt. Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht, es gibt sogar Liederhefte zum Mitnehmen. Die bayerische Schauspielerin und Kabarettistin Monika Gruber zapft zum Wiesn-Anstich an. Auf der Speisekarte stehen Spezialitäten aus der hauseigenen Metzgerei, Fairtrade-Produkte sowie vegetarische und vegane Schmankerl, alles Spezialitäten aus der Region, die das Bayerische Bio-Siegel oder das Siegel „Geprüfte Qualität Bayern“ tragen. Ausgeschenkt wird Augustiner vom Holzfass in Steinkrügen und Weißbier von Hacker Pschorr.

Zelt: 1.384 Sitzplätze
Garten: 400 Sitzplätze
Festwirte: Christine und Lorenz Stiftl
www.stiftl-oktoberfest.de

Festzelt Tradition Festzelt Tradition • Foto: Katy Spichal

Festzelt Tradition: Bayerisches Brauchtum

Das Festzelt Tradition der Wirtefamilien Winklhofer und Wieser setzt auf Blasmusik und Auftritte bayerischer Trachtenvereine. Serviert wird Augustiner Wiesn-Edelstoff aus dem Holzfass im typischen Keferloher. Im Limogarten mit eigenen Kindertoiletten und Wickelmöglichkeit können Kinder für einen Euro unbegrenzt Limo aus dem Limobrunnen zapfen. Am zweiten Wiesn-Montag, 26. September, lässt das Festzelt Tradition den „Maurer-Montag“ vergangener Tage als „Handwerker-Montag“ wieder aufleben: Egal aus welchem Handwerk sie kommen, Gäste, die in ihrer Berufsbekleidung das Zelt besuchen, werden zwischen 10 und 12 Uhr auf zwei Weißwürste und eine kleine Brezn eingeladen. Bei Reservierungen wird im Festzelt Tradition kein Mindestverzehr verlangt.

Zelt: 5.000 Sitzplätze
Garten: 3.000 Sitzplätze
Limogarten: 162 Sitzplätze
Festwirte: Toni u. Christine Winklhofer und Peter u. Margot Wieser
www.oktoberfestzelttradition.de

Herzkasperlzelt Herzkasperlzelt • Foto: Sebastian Lehner

Das Herzkasperl-Festzelt: Junge Volksmusik

Das Herzkasperl-Festzelt des Münchner Volkskulturpreisträgers und Wirts der Traditionsgaststätte Fraunhofer, Josef „Beppi“ Bachmaier, ist das Zelt der Musikantinnen und Musikanten. Einfallsreich, witzig, interkulturell und auch mal aufmüpfig: Hier trifft sich die junge Volksmusikszene. Vormittags und abends können auf der Bühne im Biergarten auch Laien aufspielen. Auf den Tanzböden im Zelt und im Garten lässt sich das Tanzbein schwingen, egal ob Zwiefacher oder Freestyle. Kabarettist Maxi Schafroth übernimmt den Anstich im Festzelt. Der Name des Festzelts ist eine Hommage an den Münchner Schauspieler und Kabarettisten Jörg Hube und spielt auf den „Wiesn-Wahnsinn“ drüben auf dem Oktoberfest-Gelände an. Die Küche bietet klassisch-bayerische Schmankerl, aber auch vegetarische und vegane Spezialitäten sowie Bio-Hendl.

Zelt: 1.748 Sitzplätze
Garten: 1.136 Sitzplätze
Festwirt: Josef Bachmaier
www.herzkasperlzelt.de

Velodrom im Museumszelt Velodrom im Museumszelt • Foto: Katy Spichal

Das Museumszelt mit Velodrom und Volksfestwelt

Im Museumszelt der „Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.“ wird die Geschichte des Oktoberfestes lebendig. Exponate der „Münchner Schausteller-Stiftung“, deren Sammlung im Münchner Stadtmuseum verwahrt ist, laden zu einer Reise durch die Vergangenheit ein. Vom Münchner Springpferdekarussell aus dem Jahr 1945, einem Nachbau des Velodroms, bis zum Wohnwagen-Unikat der Firma Stork von 1952/53, der viele Jahre von der Oktoberfestpressestelle als Büro genutzt wurde, gibt es viel zu entdecken.

Sonderausstellung im Museumszelt: „Neue Geister eingetroffen“
Die diesjährige Sonderausstellung im Museumszelt ermöglicht den Blick hinter die Kulissen der Geisterbahnen. Schätze aus dem Münchner Stadtmuseum werden ergänzt durch private Leihgaben. Eine große Auswahl an einzigartigen und extra-schaurigen Geistern, Fassadenteilen und weiterem Gruselzubehör aus der Zeit von 1947 bis 1975, werden nach Jahren des Dornröschenschlafes wieder dem Publikum präsentiert. Sie stammen aus dem Fundus des Stadtmuseums und aus privatem Besitz. Fotos zeigen den Einsatzort der Geister und auch über ihre Biographie wird informiert.

Neu im Velodrom: Hochräder für Kinder und Jugendliche
Im „Humoristischen Velodrom“ des Museumszelts können die Scherzräder, zum Beispiel mit versetzter Achse oder mit Armantrieb, ausprobiert werden. Für Kinder und Jugendliche stehen heuer erstmals passende Hochräder zur Verfügung. In alter Manier kommentiert ein Rekommandeur das Geschehen auf der Fahrbahn. Das Velodrom gehört zu den ältesten Vergnügungsbetrieben und wurde von 1901 bis 1962 auf der Wiesn aufgebaut.

Neu: Volksfestwelt im Miniformat
Hans-Heiner Ruoff war ein begnadeter Bastler und auf der Kirmes in Hadmar im Westerwald für die Elektrik zuständig. Im Maßstab 1:12 hat er die Highlights „seiner“ Kirmes nachgebaut. 15 Modelle, vom Riesenrad bis hin zum Kinderkarussell rekonstruierte er detailgetreu aus Altmetall und Sperrmüll-Sammlungen. Die filigranen Miniaturen befinden sich seit 2020 im Besitz der Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.. Anlässlich des 100. Geburtstages des Erbauers hatte Familie Heiner und Monika Ruoff die Schenkung veranlasst. Zum ersten Mal werden sie heuer im Museumszelt ausgestellt.

Kinderprogramm im Museumszelt: Wer bekommt das Wiesn-Diplom?
Montags bis freitags können sich Kinder ab 6 Jahren von 11 bis 15 Uhr bei Kinderschminken, Luftballonkunst oder Radfahren im Velodrom im Museumszelt amüsieren, die Teilnahme ist kostenlos, Schulklassen sind herzlich willkommen). Auch Führungen über die Oide Wiesn werden angeboten. Am Info-Stand des Fördervereins für Bairische Sprache und Dialekte e.V. (www.fbsd.de) können die Kinder bei einem Suchspiel ihre Kenntnisse des Bairischen testen und gleichzeitig viel über die Geschichte der Schaustellerei lernen. Wer erfolgreich alle Fragen bei dem Suchspiel über die Oide Wiesn beantwortet, erhält das Wiesn-Diplom und darf sich über einen kleinen Preis freuen.

Neu: Kleinkunstbühne auf der Kegelbahn

Musiker*innen, die ohne Instrument über die Oide Wiesn stromern, können auf der Bühne der Historischen Kegelbahn zugreifen: Hier stehen ihnen Instrumente zum Aufspielen zur Verfügung. Die Kegelfans wird die musikalische Unterhaltung auch freuen. Anton Gruber, der „Praterwirt“, durfte auf dem Oktoberfest 1818 erstmals und als einziger Betrieb „Volksbelustigungen“ präsentieren: Schaukeln, Karussells mit hölzernen Pferden und – Kegelbuden. 200 Jahre später können die Gäste auf der neuen klassisch-historischen Kegelbahn, diesmal neben dem Museumszelt, wieder alle Neune abräumen. Die Geschosse werden im Zielraum mit einem Seilzugmechanismus aufgestellt, der nach historischen Vorlagen gebaut wurde. Die Kegelbahn ist inklusiv: Sportliche Rollifahrer dürfen sich ebenfalls im Kegeln versuchen, eine Rampe sichert das problemlose Zuschauen für Menschen mit Handicap. Für Kinder, die mit speziellen Kinderkugeln spielen können, ist die Gaudi kostenlos, Erwachsene zahlen für drei Schub 2,50 Euro. Die Kegelbahn kann auch gruppenweise für eine halbe Stunde gebucht werden, Bitte JavaScript aktivieren, um diesen Inhalt zu betrachten.
Mehr Informationen zur Historischen Kegelbahn auf Instagram: @historische_kegelbahn

Schaubude "Urwald-Dämonen" mit Volksmusik

Auf der Parade der Schaubude „Urwald-Dämonen“ spielen am Nachmittag verschiedene Volksmusikgruppen, dazu kann man sich Brotzeit aus der historischen Wurstbraterei schmecken lassen. Oder man schaut vom Museumsgarten auf dem Freigelände dem Volksfesttreiben zu, lauscht dem Klang der Jahrmarktsorgeln und bestaunt die Ausstellung historischer Bulldogs und Zugmaschinen. Das Kino vor dem Zelt zeigt historisches Bildmaterial und Filme rund um die Wiesn.

70 Jahre Oktoberfestplakat: Exklusive Nachdrucke erwerben

Seit 1952 lobt die Landeshauptstadt München in einem Wettbewerb das Oktoberfestplakat aus. Das Siegermotiv wirbt auf Plakaten, im Internet, und in den sozialen Medien für die Wiesn und findet sich auf dem offiziellen Sammlermaßkrug und anderen Lizenzartikeln. Die vollständige Plakatreihe ist im Museumszelt ausgestellt. Im „Museumsstandl“ können exklusive Nachdrucke der Oktoberfestplakate (1952 bis 2018) zum Preis von 12 Euro pro Plakat erworben werden.

Das Münchner Marionettentheater

Ein weiteres Highlight für Groß und Klein ist die Bühne des Münchner Marionettentheaters auf der Oidn Wiesn. Die Geschichte des Marionettentheaters reicht bis in das Jahr 1858 zurück, als sich Josef Leonhard Schmid mit der Bitte um Begutachtung seines Planes zur „Errichtung eines ständigen Marionettentheaters für Kinder“ an die Stadt München wandte. Heute findet sich dieses Theater in der Blumenstraße 32 in München. Zur Oidn Wiesn „reist“ das Marionettentheater aber gern und zeigt ein abwechslungsreiches Programm mit mehreren Vorstellungen am Tag. Der Eintritt zum Theater ist frei.

Video: Mit dem Präsidenten des Münchner Festrings Karl-Heinz Knoll auf der Oidn Wiesn