Oktoberfest - ein Fest der Landeshauptstadt München
Foto: Sebastian Lehner

Die Oide Wiesn

Nostalgie, drei Bierzelte und Fahrgeschäfte für einen Euro

Die Oide Wiesn war 2010 eigentlich als einmaliges Jubiläums-Event zum 200. Geburtstag des Oktoberfests geplant. Doch die Münchner haben sich sofort in sie verliebt, so dass sie heute von der „normalen“ Wiesn nicht mehr wegzudenken ist – auch wenn sie alle vier Jahre pausieren muss.

Video: Mit dem Präsidenten des Münchner Festrings Karl-Heinz Knoll auf der Oidn Wiesn

Die Geschichte der Oidn Wiesn

Auf dem Südteil der Theresienwiese, direkt neben dem Riesenrad, befindet sich ein ganz besonderes Stück Oktoberfest: die Oide Wiesn. Wer in einem der historischen Fahrgeschäfte Platz nimmt und anschließend im gemütlichen Bierzelt echtes bayrisches Brauchtum erlebt, bekommt eine Ahnung davon, wie das Oktoberfest früher einmal war. Als im Jahr 2010 die Jubiläumsfeier „200 Jahre Oktoberfest“ anstand, plante man, den Festbesuchern mit der Oidn Wiesn einen historischen Einblick zu geben.

Tatsächlich war das Event als einmalige Sache geplant. Die Oide Wiesn erfuhr aber einen solch großen Zuspruch, dass man sich entschied, sie in leicht veränderter Form als festen Teil des Oktoberfestes zu etablieren. Sehr zur Freude der Münchner, die ihre Oide Wiesn lieben. Gut zu wissen: Die Oide Wiesn teilt sich ihren Standort mit dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest und findet daher alle vier Jahre nicht statt. Das nächste Oktoberfest ohne Oide Wiesn ist im Jahr 2020.

Eintrittspreise & Öffnungszeiten: Die „Oide“ auf einen Blick

  • Areal: 3,5 Hektar auf dem Südteil der Theresienwiese
  • Eintritt: 3 Euro pro Person (ab 21 Uhr Eintritt frei — nur über die Ausgänge!). Freier Eintritt für Kinder bis 14 Jahre und für Schwerbehinderte ab 50 Prozent mit gültigem Schwerbehindertenausweis; bei Vorlage eines Schwerbehindertenausweises mit Sichtvermerk B haben auch Begleitpersonen freien Eintritt
  • Die Eintrittskarte beinhaltet freien Eintritt zum Kulturprogramm der Festzelte
  • Fahrgeschäfte: 1 Euro
  • Öffnungszeit des Festgeländes: 10 bis 23 Uhr Betriebszeiten der Schausteller: 10 bis 22:30 Uhr (am Eröffnungstag ab 12 Uhr)
  • Bierausschank: 10 bis 21:30 Uhr 2020 fällt die Oide Wiesn aus, da am selben Ort das Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest stattfindet

Historische Fahrgeschäfte auf der Oidn Wiesn

Fans historischer Fahrgeschäfte, die auf dem Oktoberfest bisher in der altehrwürdigen Krinoline ihre Runden drehten oder sich in der Hexenschaukel herumwirbeln ließen, finden auf der Oidn Wiesn pure Schaustellernostalgie. Hier dreht sich der „Kettenflieger Kalb“ von 1919, die „Dicke Berta“ stellt Muskelkraft auf die Probe und die „Fahrt ins Paradies“ über Berg und Tal erinnert an die „gute alte Zeit“.

Volksfest-Klassiker wie Schiffschaukel und Kinderkarussell runden neben historischen Wurf- und Schießbuden das Vergnügungsangebot ab. Die Preise sind dabei familienfreundlich: Alle Fahrgeschäfte können für nur einen Euro genutzt werden.

Das Museumszelt auf der Oidn Wiesn

Im Museumszelt der „Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.“ wird die Geschichte des Oktoberfests anhand von historischen Exponaten lebendig. Alte Bulldogs, Zugmaschinen und Jahrmarktsorgeln zeugen von vergangenen Zeiten. Eine Schießbude aus dem Jahr 1905 und ein Springpferdekarussell aus dem Jahr 1946 laden die Besucher zur Zeitreise ein.

Beim nostalgischen Verkaufswagen „Alpenhaus“ erfährt man, wie die süßen Schmankerl im Jahr 1954 geschmeckt haben. Kurzum: Ein Besuch im Museumszelt der Oidn Wiesn lohnt sich und ist alles andere als langweilig. Das wechselnde Musik- und Kinderprogramm lockt zusätzlich Besucher an. Geöffnet ist das Museumszelt von 10 bis 22 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Teilnahme am Kinderprogramm kostenlos.

Die Festzelte auf der Oidn Wiesn

Drei Festzelte gibt es auf der Oidn Wiesn: das Festzelt Tradition, das Herzkasperl-Festzelt und das Volkssängerzelt „Zur Schönheitsskönigin“:

  • Im Festzelt Tradition setzen die Wirtsfamilien Winklhofer und Wieser auf zünftige Blasmusik und Münchner Schmankerlküche. Das Augustiner-Festbier wird im Keferloher serviert. Diese traditionellen Tonkrüge wurden 1892 auf dem Oktoberfest von Glaskrügen abgelöst.
  • Das Herzkasperlfestzelt des Münchner Volkskulturpreisträgers und Wirts der Traditionsgaststätte Fraunhofer, Josef „Beppi“ Bachmaier, bietet der jungen Volksmusikszene eine Bühne. Hier sorgt nicht „die eine“ Kapelle für gute Stimmung. Es wird ein abwechslungsreiches Programm angeboten, das für jeden offen ist. Denn das Herzkasperlzelt versteht sich selbst als „Zelt der Musikantinnen und Musikanten“. So stehen Bühne, Tanzboden und Biergarten offen: Kapellen, Sänger und alle anderen Musikanten sind eingeladen, im Herzkasperl aufzuspielen.
  • Das Volkssängerzelt Zur Schönheitskönigin steht seit 2017 auf der Oidn Wiesn. Die Wirtsleute Gerda und Peter Reichert haben sich der Tradition der Volkssängerei verschrieben und lassen in ihrem Festzelt diese für München typische Wirtshauskultur in der Tradition von Karl Valentin, Ida Schuhmacher oder Bally Prell, der „Schönheitskönigin von Schneizlreuth“, neu aufleben.

Das Münchner Marionettentheater

Ein weiteres Highlight für Groß und Klein ist die Bühne des Münchner Marionettentheaters auf der Oidn Wiesn. Die Geschichte des Marionettentheaters reicht bis in das Jahr 1858 zurück, als sich Josef Leonhard Schmid mit der Bitte um Begutachtung seines Planes zur „Errichtung eines ständigen Marionettentheaters für Kinder“ an die Stadt München wandte. Heute findet sich dieses Theater in der Blumenstraße 32 in München. Zur Oidn Wiesn „reist“ das Marionettentheater aber gern und zeigt ein abwechslungsreiches Programm mit mehreren Vorstellungen am Tag. Der Eintritt zum Theater ist frei.